Lokalsport

Gänsehautgefühl

Als die E-Mail mit der Zusage kam, dass ich Volunteer bin, saß ich zusammen mit meiner Familie am Essenstisch. Mir kamen sofort die Tränen, einfach ein unglaubliches Gefühl. Ich habe dann sofort meine Oma und Opa, Tante und Freunde angerufen, dass es geklappt hat. Dass meine Bewerbung von Erfolg gekrönt war, bescherte mir ein tolles Geburtstagsgeschenk – denn am 4. August wurde ich 18 Jahre alt. Ich war bereits schon zweimal vor Beginn der Europameisterschaft in Berlin, zum einen für die Schulung der Volunteers und zum anderen zum Abholen der Volunteer-Kleidung und der Akkreditierung.

Nun gingen meine Einsatzzeiten am ersten Tag von 16 bis 20 Uhr. Dann hatte ich gestern ab 15 Uhr Einsatz, quasi eine kurze Schicht.

15 Uhr: Einchecken am Volunteer-Center, Trinken mitgenommen, Äpfel mitgenommen, Essens-Voucher bekommen.

15.30 Uhr: Teambesprechung an den jeweiligen Einsatzorten mit Einteilung der verschiedenen Aufgaben. Meine Aufgabe war die Klatschpappen am Eingang Ost zu verteilen.

Kurz vor Stadioneinlass mussten wir dann auf unsere Positionen und die Zuschauer begrüßen, Fragen beantworten, eine häufige Frage war: „Können Sie mir sagen, wohin ich muss?“ Dann habe ich auf meinen Stadionplan geschaut und die Fragen beantwortet.

Einmal ruft es: „Maren, ich hätte auch gerne eine Klatschpappe“ Ich drehte mich um und es stand Frieda Pape mit ihrer Familie neben mir, ein Mädchen, das ich bei der DJK Hockenheim trainiere.

Einmal nach rechts gedreht und es stehen wieder bekannte Gesichter vor einem: Trainer der LG Kurpfalz, Torben Hermann, Lucas Epperlein und Silke Hildebrandt. Auch meinen Trainer Peter Neff habe ich begrüßt. Es ist einfach unglaublich, wen man hier alles kennt!

Zu den Stoßzeiten hatten wir jede Menge zu tun, nachdem das Programm im Stadion angefangen hat, wurde es aber immer weniger und wir durften in die Pause, nachdem wir uns bei unserem Team-Leiter abgemeldet hatten. Im Volunteer-Athleten-Zelt habe ich dann gegessen (Burger) und eine Nachwuchs-100-Meter-Sprinterin aus der Schweiz und Lukas Jakubczyk haben sich zu mir gesetzt und wir haben über deren Wettkämpfe und meinen Einsatz als Volunteer in Berlin gesprochen.

Nach dem Essen war meine Schicht beendet und wir durften entweder nach Hause gehen oder auf die Volunteer-Tribüne, um die Wettkämpfe zu verfolgen und die Athleten anzufeuern. Da meine Familie an diesem Tag auch im Stadion war, setzte ich mich zu ihnen und nicht auf die Volunteer-Tribüne (als Volunteer dürfen wir in alle Bereiche, haben jedoch keinen Sitzplatzanspruch, nur auf der Volunteer-Tribüne).

Wir durften mit über 23 000 Zuschauern im Stadion die Silbermedaille von Gina Lückenkemper und die Bronzemedaille von David Storl feiern. Ein unglaubliches Gefühl, bei dem man echt Gänsehaut bekommen hat.

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