Lokalsport

Fußball-Verbandsliga SV 98 unterliegt den FC Astoria Walldorf II / Michael Kettenmann fliegt vom Platz

Gegnerische Defensive klar unterschätzt

Vor zwei Wochen richtete sich der Blick beim Fußball-Verbandsligisten SV 98 Schwetzingen nach drei Spielen ohne Niederlage noch nach vorne und SV-98-Coach Gernot Jüllich sah seine Mannschaft auf dem richtigen Weg. Doch nach der Niederlage in Eppingen und dem 0:2 (0:1) am Samstag im Heimspiel gegen FC Astoria Walldorf II kehrt im Schwetzinger Lager Ernüchterung ein. Nun ist der SV 98 dicht an den Abstiegsplätzen angelangt und die kommenden Spiele in Heddesheim und zu Hause gegen den VfR Mannheim werden nicht leichter.

Jüllich, der die junge Mannschaft vom FCA zweimal in Augenschein nahm, sollte mit seiner Einschätzung recht behalten, dass sein Team mit der Kocher-Elf eine disziplinierte, technisch ausgereifte und besonders offensivstarke Mannschaft erwarten würde. Schwetzingen spielte zunächst aus einer verstärkten Abwehr heraus und versuchte über Konter, den Gast zu überraschen, da man angesichts der 17 Gegentore der Astoria-Kicker den schwächeren Mannschaftsteil in der Defensive vermutete. Doch das sollte sich als Druckschluss herausstellen, denn der FCA-Deckungsverband ließ während des gesamten Spieles nicht eine nennenswerte Chance der Schwetzinger zu. Nico Hillenbrand glänzte zuerst mit einem Kopfball, der nur knapp das Ziel verfehlte (12.). Auch Luca Stellwagen hatte mit seinem Lattenknaller kein Glück (25.). Minos Gouras machte es dann vor dem Seitenwechsel besser, als er einen Aussetzer in der SV-98-Abwehr nutzte und aus kurzer Distanz die 1:0-Führung für Walldorf markierte (40.). „Da haben wir wieder nicht richtig aufgepasst, der Treffer darf so nicht fallen“, monierte Jüllich.

Auch Babari kann’s nicht richten

Nach der Pause war der Gastgeber etwas zielstrebiger, ohne jedoch die FCA-Abwehr in Angst und Schrecken zu versetzen. „Macht doch mal etwas nach vorne“, so der Appell von Jüllich an seine Offensivkräfte, die mit ihrem Latein an der Strafraumgrenze des Gegners sichtlich am Ende waren. Da aus dem Spiel heraus nichts ging, wäre ein probates Mittel gewesen, an der Strafraumgrenze für Standardsituationen zu sorgen, da Schwetzingen mit Thomas Can einen treffsicheren Freistoßspezialisten in seinen Reihen weiß. Doch auch diese Stärke nutzten die Hausherren nicht. Der SV-98-Coach versuchte mit der Einwechslung von Jonathan Babari im Sturmzentrum mehr Gefahr zu entwickeln, doch der nach langer Verletzungspause erstmals wieder zum Einsatz gekommene Spieler blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Gäste, die zeitweise das Tempo aus der Partie nahmen, wurden wieder agiler. Mit einem Heber – allerdings aus abseitsverdächtiger Position – brachte sich Niklas Antlitz in Erinnerung und erzielte das 2:0 für Walldorf (72.). Schwetzingens Kapitän Michael Kettenmann sah eine Minute später wegen einer verbalen Entgleisung gegenüber dem Unparteiischen die Rote Karte. Antlitz ließ eine weitere Chance für den FCA liegen (80.). SV 98-Keeper Steven Ullrich wehrte nach einem Alleingang von Gouras den Ball gekonnt mit dem Fuß ab und sorgte dafür, dass das Endergebnis im Rahmen blieb (86.). „Wir haben heute gegen eine sehr starke Mannschaft zurecht verloren“, lautete das kurze und treffende Statement von Gernot Jüllich nach dem Schlusspfiff.

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