Lokalsport

Fußball-Regionalliga Leistungsträger im Mittelfeld des SV Waldhof

Gianluca Korte liebt lange Leine

Archivartikel

In einer Fußball-Mannschaft gibt es bekanntermaßen verschiedene Aufgabenbereiche. Wo die Schwerpunkte beim Torwart liegen erklärt sich von selbst, für das Verhältnis von defensivem und offensivem Mittelfeld fand Bernhard Trares gestern einen durchaus originellen Vergleich. „Marco Schuster ist vielleicht so etwas wie der Schutzmann“, umschrieb der Trainer des SV Waldhof Mannheim das Profil des am Samstag gegen den FK Pirmasens (14 Uhr, Carl-Benz-Stadion) gesperrten „Staubsaugers“ vor der Abwehr und lieferte die Tätigkeitsbeschreibung gleich mit. „Der passt auf, dass unsere Giannis nicht falsch parken.“

Mit den „Giannis“ meinte der Coach des Regionalliga-Tabellenführers die offensive Dreierreihe hinter Stürmer Valmir Sulejmani, in der Gianluca Korte (Bild oben) als Namensgeber der „Giannis“ seit der Winterpause regelmäßig die zentrale Rolle einnimmt und dort in Sichtweite von Schutzmann Schuster seine Freiheiten auch genießen darf. „Die Leine ist nicht zu kurz“, sagt Trares, der am 28-Jährigen besonders dessen Technik und Laufbereitschaft schätzt. „Er ist antrittsstark und bereit, auch ohne Ball immer wieder in die Tiefe zu gehen“, beschreibt der Coach die Spielweise des gebürtigen Speyerers.

„So können wir die Abwehr des Gegners nach hinten schieben und zudem ergänzt er sich sehr gut mit Valmir Sulejmani. Die beiden setzen sich immer wieder gut ein“, weiß Trares, dass Korte nicht nur selbst den Weg zum Tor sucht, sondern auch die aus der Spitze zurückgespielten Bälle gerne aufnimmt und verwertet. Schon acht Mal hat der Mann mit der Nummer 17 ins Schwarze getroffen, in der Waldhof-internen Torjäger-Liste bedeutet das hinter Sulejmani (17) und Timo Kern (14) Platz drei. An fast 20 Prozent aller SVW-Treffer war der Waldhof-Profi bislang beteiligt.

Auch sonst fühlt sich der Pfälzer auf der rechten Rheinseite wohl, seit Januar 2016 trägt er das Trikot der Blau-Schwarzen und durfte bei Braunschweig sogar schon Erstligaluft schnuppern durfte. „Damit zähle ich neben Markus Scholz und Jannik Sommer ja fast schon zu den dienstältesten Spielern“, blickt Korte auf etwas mehr als drei Jahre beim SVW zurück – und damit auch auf das dreimalige Scheitern in der Relegation, was den 28-Jährigen umso mehr anspornt, endlich den Sprung nach oben zu schaffen.

Dass Korte dann an Bord bleibt, gilt als wahrscheinlich, doch wie bei Trainer Trares („erst muss die Eins über dem Strich stehen“) will auch der Kreativspieler Sicherheit, wohin die Reise geht. „Wir haben ja erst Anfang April und noch ein paar wichtige Dinge zu klären“, spielt der Zwillingsbruder von Raffael Korte auf die ausstehenden sechs Spiele an. Dabei gelte es nun, angesichts der Erwartungshaltung im Saisonendspurt nicht den Kopf zu verlieren, fordert Trainer Trares wieder mehr Konzentration in der Arbeit gegen den Ball.

Jetzt gegen Pirmasens

Die Partie gegen Pirmasens am Samstag dürfte da die passende Aufgabenstellung sein, die Pfälzer benötigen schließlich noch dringender als zuletzt Balingen Punkte gegen den Abstieg und werden entsprechend robust auftreten. Doch Gianluca Korte sieht sich gewappnet: „Wir können auch geduldig sein, den Ball laufen lassen und auf die Lücke warten“, setzt der Deutsch-Italiener auf das nächste erfolgreiche Zusammenspiel von „Giannis“, „Schutzmännern“ und anderen Spezialisten in der Waldhof-Elf. Bild: Binder

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