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Handball-Bundesliga Frauen Kurpfalz-Bären verlieren beim Spitzenreiter Dortmund mit 19:33 / Katrin Schneider: Lange eine tolle Leistung abgerufen

Großes Lob – aber keine Punkte

Archivartikel

Wenn eine Mannschaft mit einer 19:33 (12:15)-Pleite nach Hause geschickt wird, dann liegt der Verdacht nahe, dass die zuständige Trainerin des unterlegenen Teams unzufrieden sein könnte. Katrin Schneider, Übungsleiterin der Kurpfalz-Bären aus Ketsch, war das aber nach dem Auftritt ihrer Truppe bei Borussia Dortmund, dem weiterhin ungeschlagenen Spitzenreiter der Handball-Bundesliga der Frauen, keineswegs: „Wir haben ganz lange eine tolle Leistung abgerufen. Es ist schade, dass das Ergebnis in den letzten zehn Minuten doch noch so deutlich geworden ist.“

Auch Dortmunds Chefcoach André Fuhr hatte ausschließlich lobende Worte für den Auftritt der Kurpfälzerinnen übrig: „Der Gegner hat es gut gemacht, er hat das Tempo aus dem Spiel genommen und ist uns mit einer großen körperlichen Präsenz entgegengetreten. Darauf waren wir nicht vorbereitet.“

Sehr gut vorbereitet

Der Liga-Neuling war hingegen – das zeigte sich bereits in den Anfangsminuten – sehr gut vorbereitet. Angeführt von einer starken Carmen Moser blieben die Bären in Schlagdistanz und lagen nach zehn Minuten mit 4:5 zurück. Zum Vergleich: Mitaufsteiger Mainz 05 hatte in der vergangenen Woche nach der ersten Halbzeit lediglich vier Treffer erzielt.

Die mit Nationalspielerinnen und Weltmeisterinnen gespickten Gastgeberinnen setzten sich nach 21 Minuten zum ersten Mal etwas ab (11:8). Die Kurpfalz-Bären ließen sich aber nicht beirren und konnten sich auf Leonie Moormann zwischen den Pfosten verlassen. Der Torfrau, die bei Borussia Dortmund ausgebildet wurde, war es zu verdanken, dass Ketsch vorerst noch nicht unter die Räder kam.

Auch nach der Pause hatten die Gäste Chancen, wieder heranzukommen, aber inzwischen hatte auch BVB-Keeperin Rinka Duijndam ihren Rhythmus gefunden. Dazu scheiterten Samira Brand, die ihren Trainingsrückstand aufgeholt hat und in der zweiten Halbzeit wieder zu den Aktivposten gehörte, und Saskia Fackel jeweils am Block. Die Dortmunder nahmen unterdessen Fahrt auf und wurden im Verlauf der Partie ihrer Favoritenrolle doch noch gerecht.

Darbietung macht Hoffnung

Die Niederlage bei Borussia Dortmund dürften die Verantwortlichen einkalkuliert haben und so stehen die Kurpfalz-Bären nach dem Abschluss der Hinrunde mit drei Punkten zwar auf dem letzten Platz, trotzdem schöpfen sie auch aufgrund der Darbietung in der Sporthalle Wellinghofen Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt. Katrin Schneider bestätigt: „Wenn wir am kommenden Freitag im Heimspiel gegen die HSG Bensheim/Auerbach erneut so beherzt auftreten können, dann werden es die Flames schwer haben, Punkte aus der Neurotthalle zu entführen.“

Ein Vorteil ist momentan die Tatsache, dass Ketsch nur ganz schwer auszurechnen ist, denn eine Stammformation gibt es nicht. Saßen zuletzt Saskia Fackel, Samira Brand und Rebecca Engelhardt häufig auf der Bank, zählten sie beim Gastspiel bei der Borussia wieder zu den Stützen und so trat der Bären-Tross trotz der deutlichen Pleite beim Tabellenführer erhobenen Hauptes die Heimreise an.

Kurpfalz-Bären: Moormann, Wiethoff; Feiniler (1), Michels (2), Engelhardt (3), Fabritz (1), Marmodee, Fackel (1), Brand, Oßwald (1), Eckhardt (3/2), Reuthal, Michl, Sommerrock (1), Moser (6), Möllmann.

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