Lokalsport

Nachruf Wolfgang Schwan ist überraschend gestorben

Handball war sein Leben

Der Name Wolfgang Schwan und die Sportart Handball sind zweifelsohne miteinander verbunden. Bei den Kurpfalz-Bären war der ehemalige Abteilungsleiter unter anderem für repräsentative Aufgaben zuständig, darüber hinaus übernahm er organisatorische und administrative Funktionen, er war manchmal Busfahrer und kümmerte sich auch um die Spielaufsicht. Zuletzt saß er bei den Heimspielen an der Kasse, um die Verzehrbons zu verkaufen und schrieb die Spielberichte der Jugend. Doch nun ist Wolfgang Schwan am vergangenen Freitag überraschend im Alter von 61 Jahren verstorben.

Selbst spielte er bis 1994 beim TSV 46 Mannheim als Torwart und war damals unter dem Namen „Fliegender Ambos“ bekannt. Ab 1980 war er Schiedsrichter und mit der deutschen Torwartlegende Andreas Thiel drückte er gemeinsam in der Mannheimer Pestalozzi-Grundschule die Schulbank. Auch abseits der Platte hat der studierte Biologe eine Menge angepackt. Er produzierte mit einer eigenen Firma Nahrungsergänzungsmittel, er besaß einen Saftladen im Mannheimer Stadthaus und er verdiente Geld mit Hundeshampoo.

Koch für die Bären

Neben den selbstständigen Tätigkeiten nahm der Handball aber stets eine wichtige Rolle ein. Für den Club aus der Enderlegemeinde waren seine Verdienste von enormer Bedeutung. Er begleitete die Bären auf dem Weg in Richtung Bundesliga und förderte verschiedene Jugendmannschaften. Dank ihm waren die Spielerinnen immer gestärkt, denn Schwan kochte bei den Auswärtsfahrten und konnte häufig selbst nicht hinschauen, wenn auf der Platte mal etwas nicht nach Plan lief.

Außerdem war Wolfgang Schwan ein wichtiger Helfer bei der Heim-Weltmeisterschaft 2007, als Deutschland in Köln Weltmeister wurde. Auch ihm war es zu verdanken, dass damals die Spanier, Dänen und Kroaten in Mannheim gut untergebracht waren. In einem Zeitungsartikel von 2007 wurde Schwan als „Mister Handball-WM“ geadelt, weil der damalige BHV-Vizepräsident „Spieltechnik“ fast ununterbrochen am Telefon hing, sich um die Verpflegung der Hostessen kümmerte und um das Ticketing. Er flog sogar selbst nach Zagreb, um Tickets im Wert von 40 000 Euro bei einem Reisebüro abzugeben. Den postalischen Weg fand er zu riskant.

Wolfgang Schwan tat alles, was in seiner Macht stand, doch nun wird sein verschmitztes Lächeln in der Ketscher Neurotthalle fehlen. Er galt im positiven Sinn als Handballverrückter. mjw/Archivbild: Stavesand

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