Lokalsport

Hohes Risiko

Archivartikel

Die Kurpfalz-Bären starten mit einem zweifellos talentierten Kader in die neue Saison in der Handball-Bundesliga der Frauen. Talent alleine ist in der höchsten deutschen Spielklasse aber womöglich zu wenig, um am Ende in der Liga zu bleiben. Nach dem Abgang von Carmen Moser und dem studiumsbedingten Ausfall von Verena Oßwald ist bei den Bären nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite Luft nach oben. Dazu kommt das Fragezeichen hinter dem Einsatz von Samira Brand.

Auf der anderen Seite hat Cheftrainer Adrian Fuladdjusch in der 3. Liga unterstrichen, dass er mit jungen Spielerinnen gerne arbeitet und diese auch weiterentwickeln kann. Die Bundesliga ist aber eine andere Hausnummer. Die Bären müssen aufgrund der verschärften Abstiegsregelung ein ums andere Mal überraschen.

Ein weiteres Problem: Sie können sich nicht von ihrem Heim-Publikum tragen lassen – zumindest nicht in der Fan-Anzahl, die das Team aus den Vorjahren kennt.

Im Blickpunkt stehen Spielerinnen wie Katja Hinzmann, Flora Müller und Jule Haupt. Sie müssen in die Bresche springen, wenn sie von Fuladdjusch ins kalte Wasser geworfen werden, um die erfahrenen Spielerinnen zu entlasten. Unter diesem Gesichtspunkt hätte eine Weiterverpflichtung von Torfrau Sabine Stockhorst durchaus Sinn ergeben. Die frischgebackene Mutter hätte sich nicht nur in den eigenen vier Wänden schützend vor ihren Nachwuchs stellen können, sondern mit ihrer Erfahrung auch der jungen Truppe weiterhelfen können.

Nun haben sich die Bären aber dazu entschieden, ihren Weg konsequent weiterzugehen. Das ist riskant, aber ebenso ehrenwert und mutig. Und Mut wird im Leben und somit auch im Sport häufig belohnt.

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