Lokalsport

Turnen Bea Fichtner (TSG Ketsch) und Hannah Dietz (TV Brühl) holen mehrere badische Titel

„Ich bekomme das wieder hin“

Die Premiere der Baden Open war ein voller Erfolg für Ausrichter TG Mannheim. Nicht nur, weil der neue Wettkampf mit seiner Mischung aus Landesmeisterschaften und bundesweiten Wettkämpfen für zehn Altersklassen bestens ankam, sondern weil in in Wiesental auch die sportliche Bilanz für die Turnerinnen aus dem Leistungszentrum stimmte.

Gleich viermal stand bei den baden-württembergischen Titelkämpfen der AK 12 Bea Fichtner ganz oben auf dem Podest. Die Turnerin, deren Heimatverein die TSG Ketsch ist, gewann nicht nur den Vierkampf (43,10 Punkte), sondern war auch in den Gerätefinals am Sprung (12,425), Balken (11,95) und Boden (11,10) die Beste und qualifizierte sich problemlos für die „Deutschen“ Ende April.

Bei der Wertung um den bundesoffenen Baden-Open-Pokal musste sich Bea ihrer Trainingspartnerin am Leistungszentrum Mannheim, vom rheinland-pfälzischen TV Bodenheim, geschlagen geben. Doch auch der zweite Platz war bei dem starken Teilnehmerfeld ein kaum erwartender Erfolg.

Seit Anfang 2017 hatte die Ketscherin eine sogenannte mentale Rückwärtsblockade gehemmt, die sich häufig bei Leistungsturnerinnen ab dem zehnten Lebensjahr bemerkbar macht und in der Regel das Karriereende bedeutet. Zumindest unter den Anforderungen des Leistungssports. Häufig ausgelöst durch einen Sturz oder einer anderen Negativerfahrung, sehen sich die Athletinnen von heute auf morgen nicht mehr in der Lage, Rückwärtsübungsteile zu turnen, obwohl sie diese zuvor perfekt ausführten. Bea Fichtner hat jedoch den unbedingten Willen, auf hohem Niveau weiterturnen zu dürfen. Und die Chancen hierfür stehen aktuell gut. Bei der TSG Ketsch freut man sich sehr über diese positive Entwicklung. „Ich bin überglücklich über den BW-Meistertitel und endlich mal wieder bei einem bundesoffenen Wettkampf auf dem Treppchen stehen zu können. Das habe ich mir über ein Jahr so sehr gewünscht.“, sagt Bea Fichtner und ergänzt: „Als ich beim Oberligawettkampf mit der Mannschaft vor fünf Wochen das beste Vierkampf-Ergebnis aller Turnerinnen hatte, war ich überzeugt, dass ich diese doofe Blockade wieder loswerde. Ich mache wieder viele Übungen die ich mich noch vor ein paar Monaten nicht traute. Leider gibt es einiges, vor dem ich noch Bammel habe obwohl ich weiß, wie es geht und es kann. Aber ich bekomme das wieder hin.“

Hannah Dietz vom TV Brühl war in der AK 14 erfolgreich. Sie wurde mit Titeln im Vierkampf und am Balken belohnt, mit Silber am Barren und Boden. sd

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