Lokalsport

2. Fußball-Bundesliga SVS siegt gegen Dresden / Rückkehrer stark

Joker Daghfous

Des einen Freud ist des anderen Leid: Als Philipp Förster, Mittelfeldmotor des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen, verletzungsbedingt vom Feld musste, schlug die Stunde von Nejmeddin Daghfous. Vor acht Monaten hatte sich der Tunesier das Kreuzband gerissen. Es folgte eine lange Leidenszeit inklusive Operation, Reha und Aufbautraining. Gegen den SC Paderborn stand Daghfous vor Wochenfrist zum ersten Mal wieder im Kader, blieb jedoch ohne Einsatz. Beim 3:1-(0:0)-Heimsieg gegen Dynamo Dresden (wir berichteten im „Digitalen Sonntag“) wurde er am vergangenen Samstag von Trainer Uwe Koschinat nach 53 Minuten beim Stand von 0:0 eingewechselt.

Die Freude über die Hereinnahme war aber schnell verfolgen, denn nur drei Minuten später musste der 32-Jährige den völlig missglückten Rückpass von Tim Kister beobachten. Erich Berko nutzte den Blackout des Innenverteidigers aus und erzielte das 1:0 für die Gäste, die bisher noch nie in Sandhausen gewonnen hatten. Daghfous und seine Mitspieler wirkten geschockt, doch nach einer Ecke köpfte Aleksandr Zhirov aus dem Nichts zum 1:1 ein. Es war der Startschuss zu einer Aufholjagd, bei der Daghfous eine ganz entscheidende Rolle einnehmen sollte, denn nach 75 Minuten erzielte der Offensivmann den 2:1-Führungstreffer. „Für mich waren das heute natürlich besonders glückliche Momente. Solch ein Comeback wünscht sich jeder Spieler nach einer langen Verletzung“, gewährte Daghfous Einblicke in sein Innenleben. Da Andrew Wooten auch noch das 3:1 nachlegte, ist Sandhausen seit inzwischen fünf Spielen ungeschlagen. Und da die Konkurrenz patzte, denn Magdeburg unterlag mit 0:1 gegen Darmstadt, und Duisburg verlor 0:4 in Paderborn, baute der SVS seinen Vorsprung auf die Abstiegszone auf drei Zähler aus. „Wenn wir genau so weiterarbeiten, dann bin ich guter Dinge. Wir dürfen aber auch nicht nachlassen, denn noch haben wir nichts erreicht“, denkt Daghfous bereits an das Auswärtsspiel beim MSV Duisburg am Samstag, 20. April. Doch letztendlich ist er erst einmal froh, dass er überhaupt wieder mitwirken kann: „Vielen Dank an unseren Physio Joachim Krainz, ich fühle mich besser als jemals zuvor. Am meisten freuen mich aber die drei Punkte.“

Karl und Förster verletzt

Die Freude wurde lediglich durch die Verletzungen von Markus Karl und Förster getrübt, wobei es Stabilisator Karl womöglich noch härter getroffen hat. „Wir wissen noch nicht, wie schlimm es ist. Beide Spieler müssen heute erst einmal in die Röhre“, sagte Pressesprecher Markus Beer. Umso bemerkenswerter ist es, dass der SVS nach den Schocknachrichten noch einmal zurückkam. Aber wenn die Joker immer so in die Bresche springen, wie es Daghfous getan hat, dann befindet sich der SVS auf einem sehr guten Weg in Richtung Klassenerhalt. mjw

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