Lokalsport

2. Handball-Bundesliga Frauen Ketscher Kurpfalz-Bären blicken auf äußerst zufriedenstellende Saison zurück / Überragend in der Vorrunde / Versöhnlicher Abschluss

Konstante Teamleistung war die Grundlage

Die gerade zu Ende gegangene Saison bescherte den Kurpfalz-Bären einen unerwarteten dritten Rang in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen (wir berichteten). Dr. Robert Becker und Tom Löbich, die beiden Sportlichen Leiter, waren daher mit dem Abschneiden ihres Teams mehr als zufrieden. Hätte Ketsch einen Lizenzantrag für die erste Liga gestellt, wäre man sogar aufgestiegen.

In einer Mannschaftssitzung im August vergangenen Jahres hatte die Frage nach den Saisonzielen im Raum gestanden. Dr. Robert Becker erinnert sich: „Wir einigten uns mit Kate Schneider und den Spielerinnen auf folgende Formel: Jedes Spiel gewinnen wollen, frühzeitig den Klassenerhalt sichern und Weiterentwicklung unseres Tempospielsystems.“ Die Abgänge von Lena Ebel und Yvonne Rolland wurden alle aus der eigenen Jugend kompensiert, und die Fans waren gespannt, wie sich Rebecca Engelhardt, Sophia Sommerrock, Lea Marmodee, Elena Fabritz und Lara Eckhardt weiterentwickelt würden. Dazu Tom Löbich: „Unsere famose und konstante Teamleistung war die Grundlage für die so erfolgreich verlaufene Runde, in der wir nie die Spitzengruppe verlassen mussten.“

Nur einmal ohne Chance

Das Auftaktprogramm war alles andere als einfach: Zu Hause gegen das übermächtige Buchholz/Rosengarten und die Reisen nach Zwickau und Beyeröhde – da war ein 0:6 Punktestart durchaus eine realistische Einschätzung. Aber Trainerin Kate Schneider wollte davon nichts wissen: „Wir schauen von Spiel zu Spiel und stellen uns auf jeden Gegner penibel ein.“

Acht überlegene Siege in Zwickau (24:33), in Beyeröhde (20:24), in Trier (16:29) und in Kirchhof (27:30) standen Heimerfolge gegen Gröbenzell (31:27), Nürtingen (26:17), Hannover (29:23) und Waiblingen/Korb (37:26) gegenüber. In Mainz (29:29) und gegen Herrenberg (24:24) ertrotzen die Bären jeweils ein Unentschieden. Die Folge: Zum Jahreswechsel rangierte die TSG Ketsch auf einem sensationell anmutenden zweiten Rang.

Widrige Trainingsbedingungen zum Jahreswechsel (keine Halle) trugen dazu bei, dass die Mannschaft in Bremen nicht auf die Beine kam und die höchste Saisonniederlage mit 33:23 einstecken musste. Auch zuhause gab es gegen Halle/Neustadt (22:22) sowie Schlusslicht Zwickau lange Gesichter (17:18). Doch schon bei der knappen 28:26 Niederlage beim späteren Meister Buchholz/Rosengarten Anfang Februar zeigten sich die Bären vom Winterschlaf erholt.

Die Heimspiele gegen Beyeröhde (27:20), Mainz (31:27) und Trier ((27:19) waren ein Leckerbissen für die Fans, die auch auswärts in Gröbenzell (24:27) und Nürtingen (24:28) jubeln durften. Doch ausgerechnet beim späteren Absteiger Hannover (33:32) enttäuschten die Bären vor allem in der Abwehr, und weitere knappe Niederlagen daheim gegen Kirchhof (25:27) und in Waiblingen (31:29) folgten.

Ein schwacher Trost: In allen Spielen hatte die Mannschaft hervorragend bis in die Schlusssekunden gekämpft., dabei aber nicht das Glück auf ihrer Seite gehabt.

Der höchste Sieg gelang Ende April zu Hause gegen Berlin (28:14), was allerdings kein Garant für das verlegte Rückspiel wenige Tage später war (27:24). Beim Angstgegner Herrenberg verloren die Bären-Ladys etwas unglücklich mit 24:23, dominierte dann Werder Bremen mit 26:20, ehe der abschließende Punktgewinn in Halle (29:29) für einen erfolgreichen Abschluss stand.

Mit 759:685 Toren beendeten die Bären die Runde, was einem Ergebnisschnitt von 27,5 zu 24,5 Toren entspricht. Dazu Tom Löbich: „Fast alle unsere Gegner setzten aufgrund unseres Tempospiels auf einen eher vorsichtigen Spielaufbau. Daher war es wichtig, dass wir in der Abwehr hochkonzentriert blieben.“ Für die defensive Qualität sorgte wie schon in der Vorsaison vor allem auch Sabine Stockhorst, die viele gegnerische Spielerinnen schier verzweifeln ließ.

Keine Verletzungen zu beklagen

Fast ungeschoren überstanden die Spielerinnen die lange und harte Saison, was in der Liga Seltenheitswert besitzt. Die Team-Physiotherapeutin Kristin Werth kümmerte sich bestens um die kleineren Wehwehchen der Bären-Ladys.

Es kann aber auch als Verdienst von Trainerin Kate Schneider angesehen werden, die mit ihrer Trainings- und Spielsteuerung dafür sorgte, dass die Belastung der einzelnen Spielerinnen sinnvoll und kräfteschonend auf das ganze Team verteilt wurden. ihb

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