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2. Fußball-Bundesliga SV Sandhausen will den Aufwärtstrend auch im schweren Auswärtsspiel bei Union Berlin fortsetzen / Förster und Gíslason sind gesperrt

Koschinat baut auf Mentalitätsspieler

Drei Rückrundenspieltage hat der SV Sandhausen nun in der 2. Fußball-Bundesliga absolviert und – vor allem dank des 3:0-Heimsiegs gegen Bochum – dabei vier Punkte geholt. Zum gleichen Zeitpunkt in der Hinserie stand das Konto noch bei null. „Wir müssen es von Spiel zu Spiel besser machen als in der Vorrunde “, hat Trainer Uwe Koschniat als Devise ausgegeben. Zweimal hat dies schon funktioniert. Sollte es auch in der nächsten Partie umgesetzt werden, müsste theoretisch ein Auswärtssieg her: Denn im September hatten die Sandhäuser beim 0:0 zu Hause gegen Aufstiegsaspirant 1. FC Union Berlin einen Zähler geholt.

Stärkste Abwehr der Liga

Dass es im Stadion „an der Alten Försterei“ am Samstag (Spielbeginn 13 Uhr) ein schweres Unterfangen wird, ist Koschinat bewusst: Union ist mit 18 Gegentreffern das mit Abstand defensivstärkste Team der Liga, daheim ließen die „Eisernen“ sogar nur fünf Tore zu, haben noch nicht verloren und sind mit 24 Punkte die beste Heimmannschaft.

„Die haben auf allen Positionen hohes Zweitliganiveau“, weiß der Sandhäuser Chefcoach. Kraftvoll, athletisch, körperbetont, schnörkellos – das sind Attribute, die er dem kommenden Gegner zuschreibt. „Die individuelle Qualität ist im Vergleich zur Vorsaison noch einmal deutlich gestiegen“, betont Koschinat. Dabei habe sich jedoch die Spielweise stark verändert. Union wolle sich den Gegner nicht mehr über Ballbesitzfußball zurechtlegen, sondern körperbetonte Ballaktionen im Angriffsdrittel sollen die Spieler unter Druck setzen. Dazu passen auch die gerade einmal fünf Heim-Gegentore. „Stabilität ist ihre Grundlage. Sich dort zu wehren, ist in dieser Saison schon vielen Mannschaften schwergefallen.“

Dass er in Berlin ausgerechnet auf die gelbgesperrten Stammkräfte Philipp Förster und Rúrik Gíslason verzichten muss, bereitet Uwe Koschinat etwas Kopfzerbrechen. Wie er sie ersetzen will, weiß er noch nicht endgültig. Denkbar seien sowohl Eins-zu-eins-Wechsel (etwa mit Korbinian Vollmann oder Felix Müller), als auch eine Systemumstellung. Auch der wiedergenesene Denis Linsmayer spielt in den Planungen des Trainers eine gewichtige Rolle und könnte bei einer defensiveren Taktik eine Schlüsselrolle einnehmen.

Überraschend schon ein Thema für Berlin ist Tim Kister: Der erfahrene Innenverteidiger nimmt nach seinem Mittelfußbruch wieder komplett am Mannschaftstraining teil und ist laut Koschinat bereits ein Kandidat für den Kader: „Ich rechne sofort mit ihm.“ Kister sei einer dieser Mentalitätsspieler – so wie Neuzugang Dennis Diekmeier, der dem SV Sandhausen gut tue: „Er lebt diese Zweikampf-Geilheit.“

Auch Marcel Schuhen, Jesper Verlaat und Tim Knipping hätten gegen Bochum diese Mentalität vorgelebt, die sich mit zunehmenden Spielverlauf auch auf die Fans übertragen habe. Diese Qualitäten werden mit Sicherheit auch am Samstag in Berlin benötigt.

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