Lokalsport

2. Fußball-Bundesliga SV Sandhausen unterliegt dem 1. FC Nürnberg mit 0:2 / Leart Paqarada verschießt Elfmeter / Erste Niederlage nach Serie von neun Partien

Koschinat-Elf fehlt die nötige Kreativität

Archivartikel

Uwe Koschinat stand mit versteinerte Miene an der Seitenlinie, während im Hintergrund auf der Anzeigetafel im Nürnberger Max-Morlock-Stadion das Endergebnis aufleuchtete: Mit 0:2 (0:1) unterlag der SV Sandhausen beim Kellerkind 1. FC Nürnberg, obwohl die Schwarz-Weißen über weite Strecken der Zweitligapartie dominant agierten.

Die fünfte Niederlage der laufenden Saison hat zur Folge, dass zum einen die Serie von neun ungeschlagenen Spielen nacheinander endete und zum anderen, dass der SVS auf den zehnten Platz abrutschte. „Wir hatten zwar mehr Chancen, haben aber verdient verloren“, sagte Präsident Jürgen Machmeier.

Fußballlehrer Koschinat veränderte seine Mannschaft nach dem 3:1-Erfolg beim VfL Osnabrück nicht. Das bedeutete im Umkehrschluss, dass der Isländer Rúrik Gislason, der zuletzt aufgrund schwacher Trainingseindrücke nicht berücksichtigt wurde, auch das Duell bei seinem ehemaligen Arbeitgeber verpassen sollte.

Die Gastgeber, die von Jens Keller angeleitet werden, setzten hingegen auf eine fast komplett neu formierte Hintermannschaft: Nur Winter-Neuzugang Konstantinos Mavropanos stand nach der 1:4-Pleite beim Hamburger SV wieder auf dem Rasen.

Akzente setzten in der Anfangsphase aber ohnehin die Offensivspieler des Clubs: Nach zwölf Minuten ließ Gerrit Nauber seinen Gegenspieler Michael Frey ziehen. Der Schweizer nutzte seinen Freiraum und köpfte akrobatisch zur Führung für die Franken ein. Das war genau das, was sich FCN-Coach Jens Keller erhofft hatte, denn jetzt verkrochen sich die Hausherren in der eigenen Hälfte und ließen Sandhausen anrennen. Der Koschinat-Elf fehlte jedoch bei eigenem Ballbesitz die nötige Kreativität, um richtig gefährlich zu werden. Lediglich nach ruhenden Bällen mussten die Nürnberger zittern.

Fränkische Nadelstiche

Die Nürnberger selbst setzten Nadelstiche und wurden für ihre defensive Herangehensweise belohnt: Robin Hack erhöhte dank einer schönen Einzelaktion auf 2:0 (52.).

Auf der anderen Seite reagierte Koschinat und brachte für Besar Halimi und Emanuel Taffertshofer Mario Engels und Philip Türpitz (58.). Nur vier Minuten später erhielten die Kurpfälzer dann die große Chance, um auf 1:2 zu verkürzen. Aber Leart Paqarada verschoss einen Strafstoß. „Ich habe zwar auch in Osnabrück erst im zweiten Versuch einen Elfmeter verwandelt, aber ich hatte wieder ein gutes Gefühl. So etwas kann passieren, es haben schon ganz andere Fußballer einen Strafstoß verschossen“, sagte Paqarada am Mikrofon des Fernsehsenders „Sky“.

Die Wahrscheinlichkeit, wieder heranzukommen, stieg, nachdem dann auch noch Torschütze Frey nach einer Ampelkarte das Feld verlassen musste. Aber selbst die knapp 15-minütige Überzahl brachte Sandhausen nicht mehr zurück ins Spiel, sodass der Plan des Clubs komplett aufging.

Heimspiel gegen Heidenheim

Die Franken schöpfen mit purer Erleichterung nun wieder Hoffnung im Tabellenkeller, verließen nach dem Absturz auf einen Abstiegsplatz die ungeliebten Ränge wieder, während die Gäste aus der Kurpfalz, die von 40 mitgereisten Anhängern im Gästeblock unterstützt wurden, nach dem letztendlich zu inkonsequenten Auftritt wieder geerdet sein dürften. Weiter geht es für den SV Sandhausen am Freitag, 7. Februar, mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr. „Da müssen wir dann wieder ein anderes Gesicht zeigen“, fordert Keeper Martin Fraisl mit Blick auf die Begegnung des Zehnten gegen den Fünften des Klassements, der bis dato vier Zähler mehr sammelte.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional