Lokalsport

Jugend-Bundesliga Handball 13-stündige Dienstfahrt der HG wird mit Erfolg gekrönt

Lucas Zacharias erlöst seine Mannschaft kurz vor Abpfiff

Gut 13 Stunden waren die Jugend-Bundesliga Handballer der HG Oftersheim/Schwetzingen und ihr Tross unterwegs. Am Ende hatte sich aber die recht lange Fahrt zum VfL Günzburg in jeder Hinsicht gelohnt, hatten sie doch nach ihrem 28:25- (15:12)-Erfolg die ersten zwei Punkte mit im Gepäck.

Aber nicht nur die beiden Zähler waren ein positiver Aspekt. Die Trainer Thomas Herr und Christoph Lahme nahmen auch die Erkenntnis mit, dass sich die nervenaufreibende Vorbereitungsarbeit gelohnt hatte. Sie durften nicht nur ihrer Anfangsformation vertrauen, auch die später eingewechselten Akteure ließen es nicht zu, dass ein starker Bruch im Spielgeschehen stattfand. Überhaupt ist die Mannschaft in der komfortablen Position, dass der aktuelle 17-köpfige Kader komplett zur Verfügung stand und die Reise ins Schwäbische mit auf sich genommen hat, auch wenn nur zwölf Mann zum Einsatz kamen.

Über eine starke und stabile 6:0-Abwehr sollte dem Gegner Paroli geboten werden. Dem setzte VfL-Coach Stefan Hofmeister eine sehr offensive 3:2:1-Defensive entgegen, die teilweise sogar manndeckungsartig ins 3:3 überging.

Klarer Marschplan

Anfänglich zeigten sich beide Seiten nicht sonderlich erfolgsorientiert. Praktisch jeder Angriff mündete in einen Treffer. So nahm der HG-Halblinke Jacob Clarius, der von seinem vorgezogenen Gegenspieler kaum zu halten war, mehrfach Maß und ballerte fünf der ersten acht HG-Treffer in die Maschen. Doch ab jenem 7:8 (14.) der sehr rasant vorgetragenen Partie, hatte sich die Oftersheim/Schwetzinger Hintermannschaft als erstes gefangen. Nun durfte Torwart Florian Steinbach seine Klasse mitunter aufblitzen lassen. Der Gast übernahm das Kommando (8:11), leistete sich erst in der 20. Minute einen Fehlwurf. Nach dem 11:15 (28.) des agilen Linksaußen Lucas Zacharias versäumte es die HG allerdings, den Vorsprung weiter auszubauen. Dabei gab der Coach in einer Auszeit in der letzten Minute einen klaren Marschplan vor, doch nach einem Pass wurde der Ball etwas übermotiviert weggeworfen und Günzburg verkürzte.

Nach dem Seitenwechsel ging es munter weiter, bis die Kurpfälzer ihre stärkste Phase hatten. Steinbach fing, was zu halten war, vorne wirbelte Spielmacher Steven Beck und hinten wurde ein Ball nach dem anderen herausgefangen. Die HG zog von 17:16 auf 27:20 (49.) davon. Weder zwei Unterzahlsituation noch eine VfL-Auszeit vermochte sie zu stoppen. Dass dann ein plötzlicher Bruch ins Spiel kam, blieb vorerst unerklärlich. „Wir müssen uns das noch einmal anschauen und dann analysieren“, erklärte Lahme, „damit wir diese Probleme in Zukunft vermeiden können“. Denn der Angriffsmotor stockte, geriet mehrfach ins „Zeitspiel“, musste zu Notlösungen greifen, die für Günzburg zur einfachen Beute wurden. Der satte Vorsprung schmolz dahin (24:27). Gut fünf Minuten vor Abpfiff redeten Herr und Lahme ihren Jungs noch einmal ins Gewissen und Zacharias erlöste – wieder in Unterzahl – den HG-Anhang. Kreisläufer Marc Kern betrieb Selbstkritik: „Das war heute nichts von mir, ich bin sehr unzufrieden.“ Dabei hatte er auch seine Pluspunkte verdient, zog zum Beispiel zwei Siebenmeter und hatte seinen Gegenspieler meist unter Kontrolle.

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