Lokalsport

Handball Bei der HSG St. Leon/Reilingen gibt es auf der Bank und dem Spielfeld frischen Wind / Wolfgang Braun coacht bei den Männern und Sascha Kuhn bei den Frauen

Mit neuen Gesichtern zu alter Stärke

Eigentlich wollen sich die Verantwortlichen der HSG St. Leon/Reilingen gar nicht mehr an die Vorsaison zurückerinnern, als die Männermannschaft in er Handball-Badenliga einen Mega-Fehlstart hinlegte. „Irgendwann vor Weihnachten“ – blickt Reilingens Abteilungsleiter Dr. Hans-Jörg Menger zurück – landete die Mannschaft den ersten Sieg und schaffte dann durch eine ordentliche Rückrunde unter dem Interims-Trainergespann Christopher Körner/Andreas Rausch doch noch den Klassenerhalt. In diese Situation wollen die HSGler nicht mehr kommen und haben deshalb für die neue Runde an einigen Rädchen gedreht.

Das fängt beim Trainerteam an: Christopher Körner (28), der nach dem verletzungsbedingten Ende seiner Handballerkarriere schon in der Rückrunde auf der Bank gesessen und zusammen mit Spielmacher Rausch für den Aufschwung gesorgt hatte, bleibt an Bord. Rausch wird wieder ausschließlich auf dem Feld agieren. Deshalb suchten die Verantwortlichen nach den ersten Gesprächen mit Körner im März nach einem zweiten Trainer. „Wir haben einen erfahrenen Mann gesucht“, erklärt Hans-Jörg Menger.

Vom Zuschauer zum Trainer

Der richtige Kandidat lief ihnen dann quasi zufällig über den Weg – beim Heimspiel gegen den späteren Aufsteiger SG Heddesheim. Da saß Wolfgang Braun auf der Tribüne. „Nur als Zuschauer und Vater“, erzählt der 51-Jährige aus Schwetzingen. Braun hat zwar eine lange Karriere als Spieler und Trainer von Vereins- und Auswahlmannschaften hinter sich, war aber zu diesem Zeitpunkt ohne Handball-Job.

Mit ein Grund, diesen Zustand für die HSG zu beenden, war sicher auch die Tatsache, dass der ehemalige Torhüter eine „Reilinger Vergangenheit“ hat und mit dieser Zeit viele schöne Erinnerungen verbindet.

Eigentlich habe er gar nicht vorgehabt, wieder als Trainer einzusteigen. „Aber dann habe ich mich ertappt, wie ich überlegt habe, wie man was machen könnte“, schmunzelt er. Und so hat er vor wenigen Tagen seine Auszeit beendet und bildet nun mit dem 23 Jahre jüngeren Christopher Körner ein Duo. „Wir haben die gleichen Vorstellungen vom Handball“, weiß Braun, dass diese Zusammenarbeit funktionieren wird.

Die beiden haben zudem mit Torwarttrainer Marc Schmidt sowie Athletikcoach und Physiotherapeut Eberhard Hähnel zwei Trümpfe an ihrer Seite. Gerade Hähnel sei ein Glücksfall. „Er ist absolut kompetent, hat ein echtes Konzept“, freut sich Christopher Körner über den super Austausch mit dem Experten.

Auch der Kader wird ein etwas anderes Gesicht haben und vor allem breiter aufgestellt sein. „Wir hatten halt auch viele Verletzte“, blickt Mengers Abteilungsleiter–Pendant Rolf Hoffmann auf die erste Saisonhälfte 2017/18 zurück. „Und in einigen Spielen hat nicht viel gefehlt“, spielt er auf einige knappe Niederlagen an. Dieses Glück kehrte dann in der Rückrunde zurück, in der sich die – mit Oftersheim/Schwetzingen II – jüngste Mannschaft der Badenliga besser verkaufte.

Kader breiter aufgestellt

Zwar brechen aus dieser Formation mit Jonas Krepper (zur HG Oftersheim/Schwetzingen II), Marvin Kikilus (Stutensee/Weingarten) und Julian Lechner (beruflich nach Stuttgart) drei Mosaiksteinchen weg, dafür kommen aber sechs neue hinzu: Linkshänder Kevin Kleinlagel (SG Kronau/Östringen II), Mitttelmann Patrick Fehringer (SG Nußloch), Linksaußen Julian Bahr (HSG Rhein-Main) – alle drei Jahrgang 1998 – sowie die vier Jahre älteren Florian Hühn (Rückkehrer vom TV Forst, Rückraum links) und Ty Reed, Linkshänder und amerikanischer Nationalspieler.

„Das ist ein spannendes Projekt“, verrät Wolfgang Braun. Denn der US-Boy sei zwar ein richtiger Athlet mit Football-Erfahrung, aber im Handball noch ein ungeschliffener Rohdiamant. Reed kommt direkt aus den USA und wird bei der Army in Ramstein tätig sein. Der Kontakt kam über Christopher Körner zustande, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt und Verbindungen zum US-Handball hat. Den 18-Mann-Kader wird Rückkehrer Fabian Manke komplettieren.

Auch bei den HSG-Oberligafrauen gibt es ab sofort ein neues Gesicht auf der Bank: Sascha Kuhn übernimmt das Traineramt von Marcus Gutsche. Kuhn war 2013 mit der B-Jugend der TSG Ketsch deutscher Meister und betreute zuletzt den rheinhessischen Frauen-Oberligisten TG Osthofen. Bei der HSG St. Leon/Reilingen trifft er auf einen zwar qualitativ guten und eingespielten, aber etwas zu kleinen Kader.

„Es wurde etwas verschlafen, sich nach Verstärkungen umzuschauen“, sagt Kuhn. Mit Rückraumspielerin Marlene Schilling (Allensbach) stößt immerhin ein Neuzugang zur Mannschaft. Dafür muss er aber auf Torhüterin Laura Pavic (berufliche Gründe) verzichten. „Ich hoffe, dass wir von Verletzungen verschont bleiben“, erklärt der neue Trainer und will eventuell für die Rückrunde personell nachlegen.

Info: Bilder von den HSG-Spielen aus der vergangenen Saison unter www.schwetzinger-zeitung.de

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional