Lokalsport

Der Gegner Nach einem Komplett-Umbruch im Sommer reifen bei den Fans der „Eisernen“ aus Köpenick schon wieder große Träume

Mittelfristig ist die Bundesliga das Ziel

Archivartikel

Die Euphorie beim 1. FC Union Berlin ist zurück. Nach einer Saison zum Vergessen und dem Komplett-Umbruch im Sommer feierten die Fans der Köpenicker ihr Team zuletzt schon wieder mit „Spitzenreiter“-Rufen. Die unausweichliche Frage nach den möglichen Aufstiegsambitionen beantwortet der neue sportlich starke Mann beim Zweitligisten aber mit Malocherattitüde statt Träumereien. „Wir versuchen zu machen, statt zu reden“, betont Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball. „Dann kann man innerhalb der Saison Ziele entwickeln.“

Mit dem langjährigen Nachwuchsleiter des FC Schalke 04 und dem ehemaligen Schweizer Meistertrainer Urs Fischer hat Union den Neuanfang eingeleitet. Und nach dem vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze durch das 4:1 gegen St. Pauli ist zumindest der erste Schritt gelungen. „Natürlich bin ich erleichtert, gerade wenn man neu in eine Liga kommt“, gestand Fischer diese Woche vor dem Spiel beim SV Sandhausen „Wir haben dafür einiges gemacht. Wir behalten aber den Boden unter den Füßen.“

Der ambitionierte Verein mit der aktuell längsten Zweitliga-Zugehörigkeit in Serie aller Clubs ist durch die eigene Vergangenheit gewarnt. Nach zwei Siegen zum Start folgte vor einem Jahr eine turbulente Saison mit der Trennung von Trainer Jens Keller, langer Abstiegsgefahr und am Ende Platz acht. Mittelfristig soll der Weg aber weiterhin in die Bundesliga führen. Im kommenden Sommer beginnt der Ausbau des Stadions An der Alten Försterei von bislang gut 22 000 auf 37 000 Plätze, der dabei aber trotzdem die besondere Atmosphäre der von Stehrängen dominierten Arena erhalten soll.

Mit den Abgängen von Fanliebling Steven Skrzybski zum FC Schalke 04, Abwehrchef Toni Leistner und Stammverteidiger Kristian Pedersen sowie der langen Verletzung von Stürmer Sebastian Polter schienen die Voraussetzungen für eine erfolgreichen Saisonstart mäßig.

„Viele haben Angst gehabt, weil sie gesagt haben: Das sind die vier Besten. Wie wollt ihr das kompensieren? Wie soll das gehen mit einem neuen Trainer nach dieser Saison?“, berichtete Ruhnert. „Aber diese Angst habe ich nie gehabt. Und der Verein wollte diesen Weg von Anfang an gehen.“ So wurde die zuletzt eher junge Mannschaft mit bundesligaerfahrenen Stützen wie Leihprofi Manuel Schmiedebach oder Florian Hübner von Hannover 96 verstärkt, zum Ende des Siegs über St. Pauli standen sieben Neuzugänge auf dem Platz. dpa

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