Lokalsport

Handball-Bundesliga Frauen Kurpfalz-Bären gegen wütende „TusSies“ / Kein Gegner auf Augenhöhe

Moser tastet sich heran

Die Aussagen gleichen sich: Wenn man die Handballerinnen der Kurpfalz-Bären der TSG Ketsch fragt, wie sich das erste Bundesligaspiel angefühlt hat, dann erhält man Antworten, die in eine ähnliche Richtung gehen. „Aufregend“, sagt Verena Oßwald. „Die Anspannung war spürbar“, erzählt Carmen Moser und Samira Brand schreibt auf ihrem Instagram-Account: „Wenn Träume wahr werden ...“

Auch der Auftakt bei der 24:33-Niederlage bei der HSG Bensheim/Auerbach verlief noch traumhaft, doch in der zweiten Halbzeit brachen die Bären ein und mussten Bensheim/Auerbach davonziehen lassen. „Wir waren in der zweiten Halbzeit zu hektisch, sind einfach schlecht aus der Kabine gekommen“, sagt Oßwald rückblickend. Schwächephasen dürfen sich die Bären auch im Duell gegen die „TusSies“ Metzingen nicht erlauben. Am Samstagabend steht für Ketsch das erste Heimspiel im Oberhaus seit zwölf Jahren auf dem Programm. „Wir haben richtig Bock“, sagt Oßwald – wohl wissend, dass die Bären die Underdog-Rolle einnehmen: „Wir wollen Metzingen möglichst lange ärgern. Wir haben gegen die Mannschaft beim Lotto-Cup hoch verloren (Anmerkung: 11:32), vielleicht unterschätzen sie uns jetzt.“

Wiedersehen mit Marlene Zapf

Nach der überraschenden 27:29-Auftaktpleite gegen die HSG Blomberg-Lippe reisen die „TusSies“ aber mit Wut im Bauch in die Enderlegemeinde. „Sie werden diese Scharte auswetzen wollen. Sie haben ihre Ziele hochgesteckt, aber die Mannschaft befindet sich im Umbruch“, sagt Geschäftsführer Dr. Robert Becker. Obwohl dort viele gestandene Spielerinnen aktiv sind – darunter auch Ex-Bärin Marlene Zapf – bekam Metzingen gegen Blomberg-Lippe die Nervosität nicht in den Griff. Das Problem hatten die Bären nicht, meint Oßwald: „Wir haben sehr gut reingefunden. Es war zwar verrückt für uns alle, aber wir haben erst nach der Pause zu viel gewollt.“ Sie selbst stand – wie viele Mitspielerinnen auch – zum ersten Mal in einem Bundesligaspiel auf der Platte.

Eine, die in der Vergangenheit schon einmal Luft in der höchsten Spielklasse Deutschlands schnuppern durfte, ist hingegen Carmen Moser. In der Vorbereitung fiel sie lange mit Pfeifferschem Drüsenfieber aus, mittlerweile ist sie aber wieder komplett ins Mannschaftstraining eingestiegen. In der Bensheimer Weststadthalle kam sie jedoch nur zu Kurzeinsätzen. „Ich fühle mich wieder gut. Aber ich merke schon, dass ich seit Juli kaum trainieren konnte“, sagt die Rückraumspielerin. Als sie zum ersten Mal in der Bundesliga randurfte, war sie gerade einmal 16 Jahre alt. Acht Jahre später gehört sie zu den erfahrensten Spielerinnen im Bären-Lager: „Ich habe jetzt eine andere Rolle als damals. Ich trage jetzt mehr Verantwortung.“

Solche Spielerinnen brauchen die Bären, um sich schnellstmöglich an die raue Luft in der Beletage zu gewöhnen, denn viel Eingewöhnungszeit werden sie nicht bekommen. Vor dem Duell am Samstag, in dem die Kräfteverhältnisse klar verteilt sind, fordert Geschäftsführer Dr. Robert Becker, dass die Spielerinnen trotz der Außenseiterrolle an ihre Grenzen gehen: „Es gilt, bei Niederlagen nicht zu verzagen, sondern permanent alle Erfahrungen zu nutzen, um in den Spielen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf gut vorbereitet zu sein.“ Und zu diesen Gegnern, denen man auf Augenhöhe begegnen möchte, gehört Metzingen – auch unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit – ganz sicher nicht.

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