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Tischtennis Die Frauen des TTC Ketsch bejubeln den Aufstieg nach einem unerwartet hohen 8:2-Erfolg in Singen / Jetzt soll eine Medaille im Pokal her

„Oberliga – wie krass ist das denn?“

Archivartikel

Sie haben es geschafft! Durch einen in der Höhe nicht für möglich gehaltenen 8:2-Erfolg im Relegationsspiel beim TTC Singen steigt der TTC Ketsch in die Oberliga Baden-Württemberg auf. Zunächst herrschte eine verhaltene, fast ungläubige Freude, erst auf der Rückfahrt und am nächsten Tag kam das Erreichte langsam in den Köpfen an. „Oberliga, wie krass ist das denn?“, lautete der Tenor bei Melanie Berger, Jasmina Simon, Kathrin Thome und Lisa Prautzsch.

Traditionell hat der Achte der Oberliga das Heimrecht für die Relegation. Der TTC Frickenhausen II als Vizemeister der Verbandsliga Württemberg hatte verzichtet, somit war Ketsch der einzige Gegner des TTC Singen.

Pokern bei der Aufstellung

In der Doppel-Aufstellung pokerten die Ketscherinnen. Da Melanie Berger von einer heftigen Erkältung beeinträchtigt war, spielte sie nicht wie gewohnt mit Jasmina Simon.

Völlig unerwartet siegten dann Berger/Prautzsch 3:0 gegen Jana Bork/Sarah Hafner, während Jasmina Simon mit Kathrin Thome 11:9 im fünften Satz gegen Franziska Plieninger/Annalena Moll gewann. „Sie hatten Probleme mit unseren Belägen“, meinte Simon. Franziska Plieninger bemerkte erst vor dem ersten Einzel, dass die Ketscher Nummer zwei mit einer Rückhandnoppe spielt.

Das nicht eingeplante 2:0 nach den Doppeln war ein perfekter Start für die Ketscherinnen, die damit auch die einheimischen Fans leiser werden ließen. Und in den Einzeln des oberen Paarkreuzes lief es glänzend weiter.

Zittern beim Aufschlag

Simon lieferte Singens Nummer eins Plieninger ein hervorragendes Spiel und gewann mit 11:5, 11:7, 8:11 und 11:7. „Man merkte, dass die ganz viel Druck hatten, sie haben teilweise gezittert beim Aufschlag“, sagte Simon. Melanie Berger besiegte Bork mit ganz sicherem Schupfen 3:1. Chancenlos war Lisa Prautzsch gegen Sarah Hafner, während Kathrin Thome nach 1:2-Rückstand noch 3:2 gegen Jana Schufft gewann.

Der als Coach mitgereiste Timo Müller stellte Thome nach ihrer langen Krankheitspause perfekt ein. „Spiel passiv“, forderte Müller Thome auf, die in den ersten Sätzen mit schnellem Konterspiel wenig Erfolg gehabt hatte. Mit Schupfen war sie dann deutlich effektiver.

Eine Topleistung bot dann Melanie Berger, die Plieninger mit hervorragendem Blockspiel entnervte. „Das war ganz stark“, lobte Jasmina Simon, die gegen Jana Bork die ersten beiden Sätze verschlief und nicht so recht wusste, warum sie diese verloren hatte. Sie schaffte aber noch die Wende und gewann 11:6 im fünften Satz.

Auch in ihrem zweiten Einzel musste Thome gegen Hafner über die volle Distanz. „Sie hat sich wahrscheinlich gedacht, wenn ich schon so lange nicht dabei war, will ich auch alle fünf Sätze spielen“, frotzelte Simon. Das bessere Ende hatte diesmal Hafner mit 11:9 im Entscheidungssatz.

Parallel dazu konnte Lisa Prautzsch den Aufstieg mit einem Sieg gegen Schufft schon perfekt machen. Sie lag 1:2 zurück, Schufft brachte viele der harten Angriffsschläge von Prautzsch zurück. Die Ketscherin gewann aber danach 11:4 und 11:9, damit war der Aufstieg perfekt. „Cool, dass Lisa den letzten Punkt gemacht und sich belohnt hat“, freute sich Simon. Die Ketscherinnen vermieden es angesichts der Enttäuschung bei den Gastgeberinnen allzu überschwänglich zu jubeln.

„Ich freue mich auf die Oberliga, es wird eine neue Herausforderung mit anderen Gegnerinnen“, sagte Simon.

Bisher „nur“ Viertelfinale

Endlich eine Medaille – das ist nun das Ziel des TTC Ketsch bei den deutschen Pokalmeisterschaften für Verbandsklassen in Baiersbronn. Von Himmelfahrt bis zum Sonntag kämpfen die Landespokalgewinner aus ganz Deutschland um den Sieg. Für Ketsch war bisher immer im Viertelfinale Schluss, das möchten die TTC-Frauen nun ändern.

Mit der Aufstiegseuphorie im Rücken, soll diesmal erst am Sonntag, wenn die Halbfinals und das Endspiel stattfinden, Schluss sein. „Den Sonntag noch erleben, das wäre ein Traum“, meinte Jasmina Simon. Sie erlebte im Vorjahr persönlich die größte Enttäuschung ihrer Karriere.

Ihr Schläger wurde vor dem Viertelfinalspiel beschlagnahmt, weil er angeblich zu dick war. In den Spielen zuvor war er nicht beanstandet worden. Ohne ihr gewohntes Spielgerät gewann Simon kein Spiel und Ketsch schied aus. „Diesmal haben alle die Auflage, einen Ersatzschläger dabei zu haben“, sagte Simon. Ketsch spielt in einer Fünfergruppe mit dem TV St. Georgen, TSG Urania Bramfeld, Darmstadt 98 und Bad Honnef. Zwei Teams ziehen ins Viertelfinale ein. Jessica Reinbold fällt weiter aus, Prautzsch spielt die beiden Partien am Freitag, Kathrin Thome am Donnerstag und Samstag. Jasmina Simon und Melanie Berger kommen in allen Partien zum Einsatz.

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