Lokalsport

Fußball Michael Palumbo aus Oftersheim war in China als einer von insgesamt 55 Schiedsrichtern bei einem der größten Jugendfußballturniere Asiens im Einsatz

„Respekt der Spieler um einiges größer“

Dass sich die heutigen Profivereine und Fußballer immer stärker dem Markt in Asien und insbesondere China öffnen, ist bekannt. In Mannheim betreibt der SV Waldhof – nicht zuletzt dank der Verbindung von Klaus Schlappner – einen regelmäßigen Austausch im Jugendbereich mit dem Reich der Mitte. Denselben Weg ging nun mit Michael Palumbo auch ein Schiedsrichter aus dem Mannheimer Fußballkreis. Der Oftersheimer war einer von insgesamt 55 Schiedsrichtern, die beim Gothia Cup, einem der größten Jugendfußballturniere Asiens (U 9- bis U 25-Mannschaften), in der Hafenstadt Qingdao im Einsatz waren.

„Ich bin zufällig darauf aufmerksam geworden, dass für das Turnier von der Organisation „Tournaments Abroad“ internationale Schiedsrichter gesucht wurden. Dann habe ich mich dort beworben und ziemlich schnell eine Zusage bekommen. Das lief sehr einfach und unkompliziert über Facebook ab“, erinnert sich Palumbo über seine Fahrkarte nach Asien. Da er sich relativ kurzfristig angemeldet hatte, musste alles mit Flugbuchung und Visum sehr schnell gehen, vor Ort wurden Unterbringung, Verpflegung, Transfers und Ausrüstung vom Veranstalter gestellt. „Alle Schiedsrichter waren zusammen in einem Drei-Sterne Hotel in Zweibettzimmern untergebracht. Das Hotel hatte einen sehr guten Standard und das Essen war absolut in Ordnung“, berichtet Palumbo.

Eröffnungsfeier als Höhepunkt

Ein Höhepunkt war dann zweifelsohne die Eröffnungsfeier, als alle Mannschaften mit Landesfahnen, aber auch alle Unparteiischen unter der großen Zuschauermenge einlaufen durften. Sportlich stellte Palumbo bei den Turnierspielen große Unterschiede zwischen den Kontinenten, ja teilweise zwischen Ländern eines Kontinents fest. „Im einen Moment hattest du chinesische Teams, dann schwedische, dann Teams aus Indonesien, den USA oder Pakistan. Hier musste man sich sowohl als Schiedsrichter an die Teams, aber auch die Teams an die Schiedsrichter gewöhnen, die ja auch aus der ganzen Welt kamen und somit verschiedene Bewertungsmaßstäbe und Strenge in bestimmten Szenen zeigten“, schildert Palumbo.

Dennoch stellte der junge Schiedsrichter einen grundsätzlichen Unterschied im Umgang mit dem Schiedsrichter gegenüber hierzulande fest. „Insgesamt war der Respekt der asiatischen Spieler vor den Schiedsrichtern um einiges größer, als man es von hier gewohnt ist. Jeder Spieler verabschiedete und bedankte sich nach jedem Spiel ausnahmslos beim Schiedsrichter, egal wie das Spiel vorher gelaufen war.“ Keineswegs könne jedoch davon die Rede sein, dass die Reise Palumbos nach China als Urlaub durchginge.

Trotz der vielen Eindrücke stand die Spielleitung von Fußballpartien natürlich im Mittelpunkt. „Während des Turniers war es nur am Abend möglich, etwas vom Land kennenzulernen, da wir teilweise bis zu sechs Ansetzungen pro Tag hatten“, erklärt der 25-Jährige. „Abends konnte man jedoch mal den chinesischen Nachtmarkt in der Nähe des Hotels oder eine Bar besuchen, wo wir die hervorragende chinesische Gastfreundschaft zu spüren bekamen.“ Kurzfristig gelang es Palumbo, mit einem englischen Schiedsrichterkollegen einen Trip in das vier Stunden entfernte Peking zu machen und sich einen Eindruck von dieser Metropole zu verschaffen, die er letztlich unter dem Begriff „beeindruckend“ abspeicherte.

Dass Fußball nicht alleine als Sportart eine weltumgreifende Wirkung hat, sondern auch völkerverständigend wirkt, hat sich letztlich auch unter den Schiedsrichtern bei diesem Turnier manifestiert. „Die Stimmung unter uns Schiedsrichtern war hervorragend und man unternahm nahezu jeden Abend etwas zusammen“, lobt Palumbo. „Viele dieser neuen Kontakte und Freundschaften werden sicherlich über das Turnier hinaus bestehen bleiben, ich schreibe mit vielen der Schiedsrichter immer noch mehrmals wöchentlich, und wir erinnern uns mit großer Freude und Dankbarkeit an dieses unglaubliche Erlebnis zurück.“ Nicht zuletzt deshalb hat er bereits angekündigt, nach China und am liebsten zum Gothia Cup 2019 zurückzukehren. Dann will er sich auch noch etwas mehr Zeit nehmen, um das Land zu erkunden.

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