Lokalsport

Fußball-Regionalliga SV Waldhof Mannheim und die Mittelstandsvereinigung „Mannheimer Runde“ ziehen einen Schlussstrich unter ihren jahrelangen Streit

Riehle: Das ist ein kleines Pflänzchen

Der kleine Pressekonferenzraum unter der Haupttribüne des Carl-Benz-Stadions war überfüllt, die mit Spannung erwartete Pressekonferenz mit der Waldhof-Spitze und Vertretern der „Mannheimer Runde“ (MR) stieß auf ein großes mediales Interesse. MR-Vorstandsmitglied Thorsten Riehle und SVW-Investor Bernd Beetz verkündeten nach über zwei Jahren des Streits über die Modalitäten der Ausgliederung in eine Spielbetriebs-GmbH einen Friedensschluss zwischen der regionalen Vereinigung mittelständischer Unternehmen und dem Fußball-Regionalligisten.

Acht Firmen aus den Reihen der „MR“ steigen wieder für mindestens ein Jahr als Geldgeber beim SVW ein, bei den ausstehenden Zahlungen gab es einen Vergleich. Außerdem unterstützt die „MR“ eine Veranstaltung, bei der sich der Club potenziellen neuen Sponsoren präsentieren kann. Hört sich nach nicht viel an, ist aber in Anbetracht der Heftigkeit des zurückliegenden Disputs zwischen den beiden Parteien ein Quantensprung.

„Für mich ist es ein erster Schritt zur Normalisierung der Beziehung zwischen dem Waldhof und den Sponsoren der „MR“. Was sich daraus entwickeln wird, wird man sehen. Das ist ein kleines Pflänzchen, das wir hegen und pflegen müssen. Die Unternehmen der „MR“ sind bereit, die Vergangenheit ein Stück weit hinter sich zu lassen“, sagte Riehle gestern.

Internes Schreiben

Ausgangspunkt waren Gespräche zwischen Beetz und dem „MR“-Vertreter Jens Hanreich gewesen, der mit dem Waldhof noch im Frühjahr einen Rechtsstreit um ausstehende Sponsorengelder ausgefochten hatte. Im Dialog kamen sich beide Seiten wieder näher, was letztlich in der gestern präsentierten Einigung mündete.

Beetz zeigte sich erfreut, dass sich beide Seiten zumindest wieder eine vernünftige Gesprächsbasis erarbeitet haben. „Der Schulterschluss ist ein deutliches Zeichen in die Mannheimer Wirtschaft und soll zugleich als Einladung für weitere Unternehmen in der Region verstanden werden. Gemeinsam mit der Unterstützung der Stadt und weiteren Unternehmen, wollen wir Mannheim wieder in den Profi-Fußball führen“, sagte der Parfüm-Millionär.

Riehle stellte allerdings klar, dass die getroffene Vereinbarung nicht als Wiedereinstieg der Mittelstandsvereinigung beim Verein zu werten sei. Dafür spricht auch ein dieser Zeitung vorliegendes internes Schreiben an die Mitglieder der Mannheimer Runde, das auf gestern datiert ist und das weitaus weniger versöhnlich klingt. „Trotz dieser Vereinbarung bleiben wir als Mannheimer Runde klar positioniert: Es kann keine Annäherung an den SVW geben, wenn nicht unser Konzept des Mannheimer Wegs verfolgt wird. Die Fokussierung auf einen Investor war und ist für uns nach wie vor der falsche Weg“, heißt es dort.

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