Lokalsport

Stabhochsprung Trotz Aus in der Qualifikation genießt Jacqueline Otchere aus Plankstadt ihren EM-Auftritt in vollen Zügen

„Schade, dass es schon vorbei ist“

Der ganz große Traum vom Finale wurde ihr zwar nicht erfüllt, aber dennoch konnte Jacqueline Otchere schon wieder lachen. „Schade, dass es schon vorbei ist, aber eigentlich bin ich total happy, hier gewesen zu sein und das erleben zu dürfen“, sagte die Stabhochspringerin aus Plankstadt kurz nach ihrem Auftritt in der Mixed Zone des Berliner Olympiastadions.

Es war der bedeutendste Wettkampf ihres noch sehr jungen Lebens. Ihre Mutter war im Stadion, Bruder Julian fieberte beim Vater in London mit und „meine Großeltern saßen bestimmt gespannt vorm Fernseher.“

Trainingsrückstand zu groß

Mit ihrer Bestleistung von 4,60 Meter wäre sie ganz locker ins Finale gekommen, aber sie musste erkennen, dass ihr Trainingsrückstand nach dem Sturz bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg zu groß war. Erst am letzten Samstag war sie wieder richtig ins Sprungtraining eingestiegen. Schmerzen verspürte sie keine mehr, „auch vom Kopf her war alles gut.“ Aber es fehlten einfach Praxis und Sicherheit.

Noch nie war sie vor so einer Kulisse gesprungen, 38 000 Zuschauer waren am Dienstagabend im Olympiastadion und machten mächtig Stimmung. Schließlich kämpfte Kugelstoßer David Storl parallel um Gold und Sprinterin Gina Lückenkemper um den Finaleinzug.

Nervös war sie kein bisschen, was sie selbst ziemlich überraschte. Die Kommunikation mit ihrem Trainer zwischen den Sprüngen war überaus schwierig. „Es war ein einziges Schreien“, berichtete Otchere lachend. Über die Höhe von 4,35 Metern brauchte sie drei Versuche, damit war in dieser Konkurrenz klar, dass sie die nächste Höhe überstehen musste, um das Finale zu erreichen. Doch die 4,45 Meter riss sie dreimal.

Zu gerne wäre sie am Donnerstagabend im Finale noch einmal gestartet, nun wird sie der Konkurrenz zuschauen und Teamkollegin Carolin Hingst die Daumen drücken. Auch das Männer-Finale interessiert sie sehr. „Ich bleibe noch bis Sonntag in Berlin und genieße das alles hier.“ Der weitere Saisonverlauf ist noch offen. Otchere und ihr Trainer Alexander Rupp hatten erst einmal nur bis Berlin geplant. Die 22-Jährige wird voraussichtlich noch das eine oder andere Meeting bestreiten und darüber hinaus weiter an ihrer Technik feilen und Erfahrungen sammeln. In nur drei Jahren von Null bis zur EM-Teilnahme in Berlin, das ist wahrlich eine außergewöhnliche Leistung. Von Jacqueline Otchere dürfte man in der Zukunft noch einiges hören.

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