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2. Handball-Bundesliga Beim 26:22-Erfolg gegen die Füchse Berlin ist den Kurpfalz-Bären der Druck anzumerken / Ketsch steigt in die Erste Liga auf

Schneider: „Es fühlt sich sehr gut an“

Als Lara Eckhardt den Siebenmeter zum 24:21 verwandelte, war klar: Den Ketscher Kurpfalz-Bären ist der Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga nicht mehr zu nehmen. Am Ende gewann die Mannschaft von Trainerin Katrin Schneider ihr letztes Heimspiel der Saison mit 26:22 (13:9) gegen die Füchse Berlin. Dadurch steigt Ketsch als Dritter ins Oberhaus auf. „Das fühlt sich sehr gut an. Es war ein nervenaufreibendes Spiel, aber wir haben gewonnen“, sagte Schneider, die zu diesem Zeitpunkt schon die eine oder andere Sektdusche über sich hatte ergehen lassen müssen.

Nach zuvor zwei Niederlagen nacheinander mussten die Bären gegen die Hauptstädterinnen gewinnen, um den Aufstieg unter Dach und Fach zu bringen. Der Druck war den Bären anzumerken. „Die vergangenen Wochen haben sich bemerkbar gemacht“, fand auch Geschäftsführer Dr. Robert Becker. Schneider, die ähnliche Drucksituationen aus ihrer aktiven Zeit in Trier kennt, zeigte sich verständnisvoll: „Ich glaube, es wäre unnormal, wenn die Mädels an so einem Tag die Situation komplett ausblenden könnten. Aber wir hatten in dieser Woche eine Menge Spaß im Training und haben es einfach besser gemacht als zuletzt.“

Schneider vertraute ihrer Anfangsformation und sah, dass die Bären von 2:1 auf 9:3 (19.) davonzogen. Schon in dieser frühen Phase zeigte sich Torhüterin Sabine Stockhorst in einer blendenden Verfassung – mal wieder. Sie war der Königstransfer, der Bären-Verantwortlichen. „Wir haben sie als einzige Leistungsträgerin von extern dazu geholt. Das Konstrukt hat sich sehr gut entwickelt.“

Das Spiel hingegen nahm in der Folge eine andere Entwicklung, denn Berlin kämpfte sich nach der 18:12-Führung für die Gastgeberinnen wieder heran. In der Offensive hatten die Bären zunehmend Probleme: Hier verwarf Saskia Fackel, dort hatte Lara Eckhardt Pech beim Abschluss und so war Berlin nach dem 15:18 durch Anna Ansorge wieder dran. Beim 17:18 drohte das Spiel sogar zu kippen, doch die Bären wurden von ihren Fans angetrieben. Ein Treffer von Kreisläuferin Lena Feiniler war Ausdruck des puren Willens. Berlin gab sich aber immer noch nicht geschlagen (23:21), bis Eckhardt den vorentscheidenden Treffer markierte. „Wir hätten es gar nicht so spannend machen müssen“, sagte Schneider, „aber am Ende zählt nur der Sieg.“ Und der damit verbundene Aufstieg.

Konfetti-Regen und Sektduschen

Dieser wurde dann mit einem Konfetti-Regen, unzähligen Sektduschen und einer emotionalen Party in der Rheinhalle bis in die Morgenstunden gefeiert. Immer wieder dröhnte der eigens für die Bären produzierte Aufstiegssong „Steht auf“ der Band „Radspitz“ aus den Boxen. „Es ist schon cool, was hier auf die Beine gestellt wurde“, fand auch Linksaußen Rebecca Engelhardt. Bevor es aber zur Abschlussfahrt nach Mallorca geht, müssen die Bären noch zum SV Werder Bremen. Dort findet am Samstag, 18. Mai, das letzte Saisonspiel statt. „Ich hoffe, dass alle bis Dienstag wieder fit sind“, flachste Schneider. Ganz so lange wird Becker nicht feiern, denn: „Im Hintergrund laufen schon die Vorbereitungen für die Bundesliga, da kommen ganz andere Kaliber.“

Bären: Stockhorst, Rüttinger; Fackel (8/3), Moser (6), Eckhardt (3/3), Michels (2), Feiniler (2), Engelhardt (2), Brand (1), Marmodee (1), Fabritz (1), Oßwald, Michl.

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