Lokalsport

Deutscher Handball-Pokal Frauen Ketsch unterliegt Neckarsulm mit 26:27 / Trainerin Katrin Schneider hadert mit Schiedsrichterentscheidungen

Schwächephasekostet Bären das Weiterkommen

Haarscharf sind die Kurpfalz-Bären an einer Wiederholung des größten Erfolgs der Vereinsgeschichte vorbeigeschrammt – dem Einzug ins DHB-Pokal-Viertelfinale. Die Ketscher Handballerinnen hatten die favorisierte Neckarsulmer Sport-Union am Rande einer Niederlage, mussten sich am Ende aber selbst mit 26:27 (16:14) geschlagen geben.

Eine zehnminütige Schwächephase sowie eine nervenstarke Nele Reimer kostete vor 450 Zuschauern in der heimischen Neurotthalle das Weiterkommen. „Das Spiel war ein Auf und Ab. Es ist schon ärgerlich, so knapp auszuscheiden, aber das haben wir uns selbst eingebrockt“, sagte Bären-Trainerin Katrin Schneider.

In den bisherigen Bundesligapartien hatte die NSU immer wieder Phasen gehabt, in der sie selbst nachlässig agierte. Diese Perioden wollte Schneider mit ihrer Mannschaft ausnutzen und gleich zu Beginn schien das auch zu funktionieren: Die Gastgeberinnen erwischten Neckarsulm auf dem falschen Fuß und führten nach etwas mehr als 13 Minuten mit 7:3. Dann kämpfte sich die NSU zurück und kam durch Selina Kalmbach zunächst zum 10:11-Anschlusstreffer (21.), sechs Minuten später traf Nele Reimer per Siebenmeter zur ersten Gäste-Führung (13:12). Davon ließen sich die Bären aber nicht beeindrucken: Lara Eckhardt, Saskia Fackel und Rebecca Engelhardt trafen zur 16:14-Pausenführung.

Moser kommt auf Touren

Nach Wiederbeginn schien Neckarsulm der Favoritenrolle dann gerecht zu werden: Reimer – erneut von der Strafwurflinie – traf zum 22:18 (45.). Jetzt kam aber Carmen Moser immer mehr auf Touren: Quasi im Alleingang brachte sie die Bären mit fünf Treffern in Folge wieder heran (23:24/53.). Es entwickelte sich ein Krimi. Irene Espinola Perez legte wieder vor, dann schlug Bären-Rückraumspielerin Moser zurück. Oßwald gelang der Ausgleich zum 26:26, doch dann handelte sich Samira Brand eine Zeitstrafe ein. Nach einer weiteren Strafe gegen Engelhardt setzte Reimer vom Siebenmeterpunkt aus den Schlusspunkt. Aufgrund der doppelten Unterzahl verlief der letzte Angriff im Sand. Schneider polterte: „Über einen Großteil der Spielzeit war ich mit den Einschätzungen der Unparteiischen einverstanden, aber in den letzten fünf Minuten haben sie mit ihren Entscheidungen das Ergebnis beeinflusst.“

Trotz der Niederlage können die Bären viele positive Punkte mitnehmen: Sie haben einem etablierten Bundesligisten alles abverlangt und niemals aufgegeben. Spielerisch waren sie sogar über weite Strecken die bessere Mannschaft. Da Schneider den Fokus ohnehin nicht auf den Pokalwettbewerb gelegt hatte, können die Bären sich in den kommenden Wochen voll und ganz auf den Abstiegskampf konzentrieren. Schon am Samstag, 9. November, kommt es zum Duell mit Mitaufsteiger Mainz 05 – ein richtungsweisendes Duell im Tabellenkeller.

Bären: Wiethoff, Moormann; Michels, Feiniler, Brand (1), Fackel (6/3), Oßwald (1), Reuthal, Möllmann, Fabritz (2), Moser (8), Michl, Engelhardt (6), Eckhardt (2).

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