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Motorsport Beim Medientag Werbung für den Saisonauftakt auf dem Hockenheimring gemacht / Bevorstehender Rückzug großes Thema / Weiterer Autobauer könnte auch erst 2020 einsteigen

Suche nach Mercedes-Nachfolger geht weiter

Die Motoren dröhnen wieder. Beim inoffiziellen Saisonauftakt der DTM drehten am Montag einige Piloten auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ihre Runden. Dieser satte Sound war Musik in den Ohren der Motorsport-Fans, die den Start der ersten beiden Rennen an selber Stätte (4 bis 6. Mai) kaum noch erwarten können. Einer der ersten Fahrer, der zu Beginn der vier Testtage ins Cockpit klettern durfte, war Pascal Wehrlein.

„Es ist für mich ein bisschen wie nach Hause kommen. Ich habe im Auto keine großen Unterschiede zu früher gespürt. Die größte Umstellung wird für mich sein, mit den Reifen ohne Heizdecken klarzukommen. Wenn das Auto mitmacht, möchte ich da weitermachen, wo ich 2015 aufgehört habe“, sagte der Rückkehrer aus der Formel 1 bei der Pressekonferenz. Vor drei Jahren hatte der Mercedes-AMG-Pilot sich mit dem Titel aus der DTM verabschiedet.

Rast will Titel verteidigen

René Rast war zwar im Rennoverall auf der Bühne erschienen, im Auto hatte der DTM-Champion aber noch nicht gesessen. „Das Feld wird noch enger zusammenrücken. Dafür sind die richtigen Schritte eingeleitet worden“, sagte der Audi-Pilot in Bezug auf den verringerten Abtrieb der Fahrzeuge. Die Titelverteidigung ist selbstverständlich sein Ziel. Planbar ist dies in der DTM, wo Kleinigkeiten über Wohl und Wehe entscheiden können, nicht. „Das erste Jahr als Rookie verlief wirklich überraschend gut für mich. Ich habe Anfang der Saison gehofft, dass ich überhaupt einen Punkt hole. Jetzt weiß ich, dass ich in der Lage bin, vorne mitzufahren. Ich bin sehr entspannt,“ so ein gut gelaunter Rast.

Timo Glock wirkte trotz Jet-Lag ebenfalls sehr aufgeräumt. Der BMW-Pilot hatte am Wochenende das Formel-1-Rennen in Bahrain kommentiert, sich um zwei Uhr nachts in den Flieger gesetzt und war morgens um 7 Uhr erst in Deutschland gelandet. „Das erzähle ich jedes Jahr, ich kann eigentlich eine Kassette einlegen. In der DTM werde ich nie sagen, dass ich dieses Jahr um den Titel mitfahre. Es kommt auf Kleinigkeiten an, alles ist so eng zusammen. Letztes Jahr war mein stärkstes Jahr, das ist Fakt“, sagte der 36-Jährige, der seit 2013 DTM fährt.

Die Zukunft der Rennserie DTM ist vor dem Start der neuen Saison und dem bevorstehenden Rückzug von Mercedes weiter offen. „Wir brauchen den dritten Hersteller und der wird sich irgendwann dieses Jahr committen müssen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass am Montag. Eine Frist dafür forderte er nicht. Der Einstieg eines weiteren Autobauers zur Saison 2019 sei zudem nicht zwingend und könne auch erst ein Jahr später erfolgen. „Eine Übergangslösung für ein Jahr kann man sich sicherlich vorstellen“, versicherte Gass.

In diesem Jahr fahren wie 2017 Teams von Mercedes, Audi und BMW. Ende Juli vergangenen Jahres hatte Mercedes angekündigt, 2019 nicht mehr an der Serie teilzunehmen. „Nur alleine mit den zwei Teams von BMW und Audi ist es auf Dauer nicht wirklich möglich, die DTM zu betreiben“, sagte Gass.

Die DTM-Dachorganisation ITR äußerte sich am Montag zuversichtlich, dass ein neuer Teilnehmer gefunden werden könne. Details wurden aber nicht mitgeteilt. „Wir sind guter Dinge“, sagte ITR-Geschäftsführer Achim Kostron. Die Aufgabe sei nicht einfach. „Wir arbeiten mit Hochdruck, allen voran Gerhard Berger“, versicherte Kostron. zg/dpa

Info: Weitere Bilder vom Medientag in Hockenheim gibt’s unter www.schwetzinger-zeitung.de

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