Lokalsport

2. Fußball-Bundesliga Sandhausen gibt vier weitere Neuverpflichtungen bekannt / Acht Spieler verlassen den Verein am Hardtwald / Veränderungen in der Trainerriege

SVS verstärkt den Sturm mit Schleusener

Archivartikel

Vier weitere Neuzugänge und acht Abgänge gab der sportliche Geschäftsführer des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen, Otmar Schork, gestern bekannt. Ein Paukenschlag dabei: Fabian Schleusener vom SC Freiburg, der zuletzt als Leihspieler beim Karlsruher SC mit seiner Torgefährlichkeit brillierte (21 Treffer – 17 in 37 Liga-Spielen, drei im Pokal, einer in der Relegation), kommt zur neuen Saison an den Hardtwald. Er wird für ein Jahr ausgeliehen.

Schork freut sich über die Verpflichtung des 26-Jährigen, der in der abgelaufenen Spielzeit zu den besten Torschützen der 3. Liga gehörte: „Fabian hat in der vergangenen Spielzeit seine Qualität mehrfach unter Beweis gestellt und gehörte zu den Leistungsträgern des Karlsruher SC. Wir freuen uns sehr, dass er sich für den SVS entschieden hat“, weiß er um die Qualität des Stürmers, der in den vergangenen beiden Saisons bereits ausgeliehen war. Dabei kam er mit einer Kreuzbandverletzung vom FSV Frankfurt zum KSC. Er spielte auch schon für den FC Denzlingen, den Bahlinger SC und Waldhof Mannheim.

„Ich hatte im Vorfeld gute Gespräche mit den Verantwortlichen und dem Trainer. Ich möchte hier den nächsten Schritt machen und mich weiter entwickeln, der SV Sandhausen passt hierzu bestens. Nun freue ich mich auf die kommende Saison, die damit verbundenen Aufgaben und den Trainingsstart“, so Schleusener. Auf Nachfrage gibt Schork auch Anfragen von Erstligisten in Bezug auf den 1,86-Meter-Hünen zu, „doch es ist auch im Interesse des SC Freiburg, dass Fabian weiter an Spielerfahrung gewinnt“. Und für den SVS dürfen es in der nächsten Saison ruhig auch ein paar Tore sein, denn mit nur 35 Treffern stellte der Verein zusammen mit dem FC St. Pauli und Erzgebirge Aue den schlechtesten Angriff der Liga: „Wir haben in der vergangenen Saison viele Chancen im Torbereich liegengelassen“, so Schork, der betont, dass die offensiv ausgerichtete Kaderplanung in enger Zusammenarbeit mit Cheftrainer Kenan Kocak erfolgt. Und der sprach sich auch für die bereits feststehenden Kevin Behrens (27 Jahre, 1. FC Saarbrücken, Dreijahresvertrag), Felix Müller (25, Zweijahresvertrag) und Emanuel Taffertshofer (23, Zweijahresvertrag, beide FC Würzburger Kickers) sowie Rückkehrer Erik Zenga (Hallescher FC/Leihe) aus (wir berichteten).

Konkurrenz-Situation beflügeln

Weiter hinzu kommen nun Abwehrspieler Alexander Rossipal (TSG 1899 Hoffenheim II), Mittelfeldakteur Mohamed Gouaida (Hamburger SV II) und leihweise für ein Jahr Torwart Niklas Lomb (Bayer 04 Leverkusen). Rossipal hat einen Dreijahresvertrag unterschrieben. „Alexander ersetzt Damian Roßbach und stellt somit die Konkurrenzsituation zu Leart Paqarada auf der Linksverteidigerposition dar“, erklärte Schork. Der 21-jährige Linksfuß absolvierte in der vergangenen Spielzeit der Regionalliga Südwest 24 Partien, erzielte dabei zwei Treffer und bereitete zwei weitere vor. In der Uefa-Europa-League stand der gebürtige Stuttgarter im Gruppenspiel gegen Ludogorets Razgrad über die komplette Spieldauer auf dem Feld.

Der Franzose Gouaida (25) kommt von der zweiten Mannschaft des Hamburger SV und erhält einen Zweijahreskontrakt. „An diesem Spieler waren wir schon in der letzten Saison dran“, erklärte Schork. Das Fußballspielen lernte Gouaida bei Racing Strasbourg, bevor er sich 2011 der Jugend des SC Freiburg anschloss. 2014/15 konnte der flexible Offensivmann in elf Spielen beim Hamburger SV das erste Mal Erstligaluft schnuppern. Nach zwei Leihgeschäften mit dem Karlsruher SC und dem FC St. Gallen sorgte er in der abgelaufenen Saison mit neun Toren und neun Vorlagen für einen starken zweiten Platz der HSV-Reserve in der Regionalliga Nord.

Die Torhüterposition wird von Niklas Lomb komplettiert. Der 24-Jährige kommt vom Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. „Mit Niklas bekommen wir einen qualitätsvollen Spieler, der vieles mitbringt. Wir sind davon überzeugt, dass er bei uns für eine gute Konkurrenzsituation sorgen und den nächsten Schritt machen wird“, so Schork. Lomb stand zuletzt viermal im Profikader von Bayer Leverkusen.

Ischdonat kommt zurück

Im Gegenzug werden die Schwarz-Weißen acht Spieler abgeben. Bekanntester dabei ist Richard Sukuta-Pasu. Der ehemalige Junioren-Nationalspieler war nach dem Wechsel von Torjäger Lucas Höler zum SC Freiburg der einzige SVS-Angreifer, der mehr als ein Tor erzielte, nämlich sechs in der Saison. Schork hätte Sukuta-Pasu gern behalten, doch es konnte keine Einigung erzielt werden. Zudem werden Sahin Aygünes, Julian Derstroff, Damian Roßbach und José Pierre Vunguidica den SVS verlassen. Die Spieler Goran Karacic (Adanaspor, Türkei), Eroll Zejnullahu (1. FC Union Berlin) und Haji Wright (FC Schalke 04) kehren nach Ablauf der Ausleihe zu ihren Stammvereinen zurück. Noch nicht endgültig geklärt sind die Vertragssituationen von Rurik Gislason und Manuel Stiefler. Die Langzeitverletzten Mirko Born und Robert Herrmann sollen verliehen werden. Wenn das nicht klappt, bleiben sie im Kader. Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen, auch die Abwehr vertrage noch Verstärkung, so Schork, der im „verflixten siebten Zweitliga-Jahr des SVS“ eine „richtig brutale Spielzeit“ erwartet, bei der Sandhausen vor allem eine „sorgenfreie Saison“ spielen möchte.

Im Trainerteam gibt es ebenfalls personelle Änderungen – nach einem Jahr kehren bekannte Gesichter zurück. Torwart-Trainer Erol Sabanov wechselt zum Drittligisten VfR Aalen. Seinen Part übernimmt mit Daniel Ischdonat ein alter Bekannter am Hardtwald. Der 41-Jährige hütete von 2010 bis 2013 das Tor und gab danach sein Wissen an die SVS-Keeper bis 2017 weiter. Athletiktrainer Marc Lorius räumt nach einem Jahr seinen Platz für seinen Vorgänger Dirk Stelly, der mit Cheftrainer Kocak auch schon bei Waldhof Mannheim zusammengearbeitet hatte. Und für Videoanalyst Frank Schwabe kommt Phil Weimer, der beim SVS ebenfalls schon verwurzelt ist.

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