Lokalsport

3. Handball-Liga Vor dem Heimspiel heute gegen die Rhein-Neckar-Löwen II zieht die Führungsriege der HG Oftersheim/Schwetzingen Zwischenbilanz / Wille und Kampfgeist der Mannschaft beeindruckt

„Thema Aufstieg gibt es derzeit bei uns als solches gar nicht“

Handball-Drittligist HG Oftersheim/Schwetzingen um Trainer Holger Löhr befindet sich ohne Zweifel auf einem Höhenflug. Einen Sieg heute Abend gegen die Rhein-Neckar-Löwen II vorausgesetzt, würden 21 Pluspunkte zu Saisonhalbzeit das Konto zieren, einer mehr als letzte Saison, als die HG die Vorrunde als Sechster abschloss. Aber es ist eine trügerische Sicherheit. Wir fragten in der Führungsetage nach.

Peter Knapp (Vorsitzender der Spielgemeinschaft): „Auf den zweiten Platz hätte ich vor der Runde definitiv kein Geld gewettet. Wenn von unseren fünf Siegen mit einem Tor nur zwei als Niederlagen geendet hätten, stünden wir auf einem ganz anderem Platz. Man konnte ja auch nicht davon ausgehen, dass Holger und sein Team so schnell zusammenfinden. Und für mich gilt immer noch: Wir haben jetzt nichts mehr mit dem Abstieg zu tun. Das Spiel in Hochdorf war für mich ein Meilenstein. Die geschlossene Mannschaftsleistung – ohne die etatmäßigen Leistungsträger im Rückraum – und der Kampfeswillen, da ging mir das Herz auf.“

Jochen Kühnle (Abteilungsleiter beim Stammverein TSV Oftersheim): „Ich finde, Holger verfolgt mit sehr viel Geduld und akribischer Kleinarbeit seine eigene Philosophie von modernem Handball und schafft es, mit seinem Trainerteam alle Spieler mitzureißen. Die Leistungssteigerung der Mannschaft und auch individuell bei einzelnen Spielern ist von Spiel zu Spiel trotz mancher kleiner Rückschläge für mich klar erkennbar. Alles in allem ist es eine geschlossene Mannschaft, die sich von Ausfällen der Leistungsträger nicht großartig beeinflussen lässt, sondern motiviert von Spiel zu Spiel kämpft und sich stetig weiter entwickelt. Das Spiel in Neuhausen war für mich persönlich ein Highlight. Die Mannschaft hat bis zur letzten Sekunde alles gegeben und war im ganzen Spiel ein sehr fairer Gegner und Gewinner. Mich hat es sehr stolz gemacht.“

Gerd Junghans (Abteilungsleiter des Stammvereins TV Schwetzingen): „Es ist einfach sensationell, was die Mannschaft bisher erreicht hat. Ich gebe zu, dass ich zu Beginn der Saison, insbesondere nach dem deutlich verlorenen Heimspiel gegen Kornwestheim, befürchtet hatte, dass diese Saison für uns sehr viel schwerer werden wird. Die Art, wie die jungen Spieler in das Team integriert wurden und wir dadurch zu einer mannschaftlichen Breite gekommen sind, mit der auch temporäre Ausfälle von Leistungsträgern kompensiert werden können, ist schon beeindruckend. So bei den Auswärtsspielen in Pforzheim oder in Hochdorf, wo immer wieder neue junge Spieler Verantwortung übernommen haben und wir trotz vieler Verletzten mit viel Willen und Kampfgeist gewonnen haben.“

Martin Schmitt (Sportlicher Leiter): „Ich bin mit der Hinrunde bisher sehr zufrieden. Insbesondere unsere Breite im Kader hat sich deutlich verbessert. Dies geschah allerdings nicht durch Neuverpflichtungen, sondern durch eine tolle Entwicklung mehrerer junger Spieler im Team. Dafür ist meiner Meinung nach auch ein toller Spirit innerhalb der Mannschaft zusammen mit dem Trainerteam verantwortlich. Jeder traut seinem Nebenmann zu, ein Spiel entscheiden zu können – und das gelingt momentan auch oft. Die Entwicklung der jungen Spieler, die sich auch in den engen Auswärtsspielern überhaupt nicht verunsichern ließen, hat mich besonders dabei beeindruckt.“

Das Thema Aufstieg

Besonders von außen wird immer wieder das Thema „Aufstieg“ und der Wille dazu ins Spiel gebracht. Holger Löhr musste schon bei etlichen Trainergesprächen die Sache ins rechte Licht rücken. Die HG-Chefs sind da mit ihm auf Kurs.

Schmitt: „Das Thema Aufstieg gibt es derzeit bei uns als solches gar nicht. So sehr wir uns über das aktuelle Auftreten der Mannschaft und das resultierende Tabellenbild freuen, so wissen wir doch, dass bei dieser jungen Mannschaft Rückschläge und Formschwankungen zwangsläufig kommen werden, so dass wir uns in diesem Jahr meiner Meinung nach noch keine Gedanken machen müssen. Aber es ist schon mein Wunsch, dass wir uns als Verein so weiter entwickeln können, dass wir dieses große Ziel mittelfristig wirklich einmal angehen könnten.

Junghans: „Ich glaube, es ist für uns noch zu früh, darüber nachzudenken.“

Kühnle: „Für mich ist der Aufstieg zurzeit noch kein Thema. Hier werden wir gemeinsam, Mannschaft und Vereinsführung, spätestens bei der Aufforderung zur Mannschaftsmeldung eine Entscheidung treffen. Viele Spiele wurden, wie wir wissen, glücklich mit einem Tor gewonnen. Ob uns das Glück auch so in der Rückrunde hold ist, werden wir sehen. Ich wünsche es mir jedenfalls, schließlich ist ja bald Weihnachten .

Knapp: „In erster Linie entscheidet das die Mannschaft selbst: Will sie den erhöhten Aufwand mit eventuell mehr frustrierenden Misserfolgs-Erlebnissen zu unseren finanziellen Möglichkeiten auf sich nehmen?“

Dazu bezog der HG-Torhüter-Routinier und Kapitän auch im Namen seiner Mitspieler Stellung.

Daniel Unser: „Ich bin da völlig auf einer Linie mit den bisherigen Aussagen von Holger Löhr und Mathias Polifka. Aufstieg ist für uns überhaupt kein Thema. Unser Ziel ist nach wie vor der Klassenerhalt und den haben wir mit aktuell 19 Punkten noch nicht erreicht. Wenn wir die notwendigen Punkte zusammen haben, wollen wir trotzdem noch jedes Spiel gewinnen und uns soweit wie möglich oben in der Tabelle positionieren. Wo das dann letztendlich sein wird, zeigt sich sicherlich frühestens ab dem 25. Spieltag, da die Liga sehr eng und ausgeglichen ist. Die Ränge zwei und acht trennen nur drei Punkte.“ mj/ Bilder: HG

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