Lokalsport

2. Fußball-Bundesliga SV Sandhausen spielt morgen beim VfL Bochum, der am Montag Ismail Atalan entlassen hat / Für Max Jansen ist es beinahe ein Heimspiel

Trainerwechsel macht die Sache schwieriger

In der Vergangenheit kam es schon mehrfach vor, dass bei Gegnern des SV Sandhausen der Trainer gefeuert wurde, nachdem sie in der 2. Fußball-Bundesliga bei den "kleinen" Nordbadenern verloren hatten. Mit der Entlassung von Ismail Atalan beim VfL Bochum hat der SVS aber nichts zu tun, denn er tritt erst am morgigen Samstag beim Tabellendreizehnten im Ruhrstadion an.

Sandhausens Kenan Kocak ist generell nie erfreut, wenn ein Trainer geschasst wird - besonders, wenn er zu ihm ein so gutes Verhältnis pflegt. Aber in diesem Fall ist es doppelt ärgerlich, denn möglicherweise versaut diese Bochumer Personalentscheidung dem SVS-Erfolgscoach seine bereits ausgetüftelte Taktik: "Das ist für unsere Planung natürlich nicht gerade förderlich, wenn der Gegner in der Woche vor dem Spiel seinen Trainer entlässt", sagt Kocak. "Wir haben Bochum im Vorfeld beobachtet und uns einen Matchplan zurechtgelegt. Das ist jetzt eine neue Situation."

Kocak und seine Elf werden sich also überraschen lassen müssen, welche Taktik sich die Interimstrainer Jens Rasiejewski (bisher für die U19 verantwortlich) und Heiko Butscher (Atalan-Assistent) einfallen lassen: "Wir wissen nicht, was auf uns zukommt." Die große Aufgabe für Kenan Kocak und sein Team werde sein, so früh wie möglich zu erkennen, welchen Plan die Bochumer verfolgen. Der VfL sei aufgrund seiner "fantastischen Kaderzusammenstellung" mit Leuten wie Stefano Celozzi, Tim Hoogland, Sidney Sam oder Robbie Kruse trotz der aktuellen Tabellenposition klarer Favorit: "Diese Mannschaft gehört für mich zu den Top-Drei der Liga."

Für einen im Sandhäuser Kader ist die Fahrt nach Bochum die Rückkehr auf altbekanntes Terrain. Maximilian Jansen war von 2008 bis 2014 für den VfL am Ball. "Klar ist es ein besonderes Spiel für mich. Meine Familie und einige Freunde werden im Stadion sein." Mit seinem damaligen Jugendtrainer Dariusz Wosz steht Jansen auch heute noch in regelmäßigem Austausch.

Der Mittelfeldspieler hatte nach über einjähriger Verletzungspause erst vor wenigen Wochen in Braunschweig sein Zweitliga-Debüt gefeiert und ist seitdem ein wichtiger Baustein im Sandhäuser Mittelfeld. "Klar haben wir uns von Max nach seiner langen Verletzungspause einiges erhofft. Aber dass er so schnell den Anschluss findet, hat uns dann aber doch überrascht. Er ist eine absolute Persönlichkeit und ein Führungsspieler", freut sich sein Trainer. Ein Lob, das Jansen gerne entgegennimmt: "Ich bin überglücklich, dass mein Fuß derzeit hält. Ich weiß aber auch, dass ich in manchen Bereichen noch Luft nach oben habe." Dass Jansen auch in Bochum in der Startelf stehen wird, könnte durchaus möglich sein.

Zwar feierten Kapitän Stefan Kulovits, die beiden Mittelfeldspieler Eroll Zejnullahu und Robert Herrmann sowie Innenverteidiger Marcel Seegert im Testspiel gegen Mainz (1:2) ihr Comeback nach Verletzungspause. Ein Einsatz am Samstag kommt für die vier aber wahrscheinlich noch zu früh, so Kocak. Weiterhin fehlen wird aufgrund einer Zerrung am Oberschenkel auch Stürmer Andrew Wooten, der diese Woche erneut nicht am Training teilnehmen konnte. Seine Verletzungsgeschichte macht die Sandhäuser Verantwortlichen allmählich ratlos.

Mögliche Aufstellung: Schuhen - Kister, Knipping, Karl, Klingmann, Paqarada, Jansen, Linsmayer, Daghfous, Höler, Wright.

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