Lokalsport

2. Fußball-Bundesliga Erleichterung in Sandhausen nach 4:0

Traumeinstand für Trainer Uwe Koschinat

Archivartikel

Sie können es doch noch: Die Fußballer des Zweitligisten SV Sandhausen haben nach dem Trainerwechsel – Kenan Kocak wurde in der Länderspielpause von Uwe Koschinat (Bild unten) ersetzt – die gewünschte Reaktion gezeigt und mit 4:0 (1:0) gegen den FC Ingolstadt gewonnen. Die Erleichterung am Hardtwald war spürbar, denn die Schwarz-Weißen haben sich endlich mal für ihren großen Aufwand belohnt. „Wir haben fast immer gute Leistungen gezeigt, nur die Ergebnisse haben gefehlt. Heute hat dafür vieles gestimmt“, sagte Fabian Schleusener.

Koschinat verzichtete auf radikale Umbaumaßnahmen in der Startformation. Er veränderte die Elf auf lediglich zwei Positionen und brachte Rúrik Gíslason und Felix Müller für Stefan Kulovits und Markus Karl.

Der Auftakt verlief dann ganz nach den Wunschvorstellungen von Koschinat: Bei einem Zweikampf zwischen Marvin Matip und Schleusener ging der SVS-Angreifer zu Boden. Nach einem Hinweis des Linienrichters entschied der Unparteiische Marco Fritz auf Strafstoß. Diesen verwandelte Andrew Wooten nach nur sieben Minuten. „Unser Spielglück ist zurückgekommen. Das hat schon mit dem Elfmeter angefangen“, sagte Geschäftsführer Otmar Schork, „es war extrem wichtig, heute in Führung zu gehen.“ Denn am Hardtwald trafen am Freitagabend zwei Kellerkinder aufeinander. Neben dem SVS haben nämlich auch die Schanzer ihren Trainer früh ausgetauscht, doch auch unter Neu-Coach Alexander Nouri läuft es beim FCI nicht.

Auf Konter gesetzt

Der Start nach Maß gab den Hausherren Sicherheit, wobei sie es zunächst verpassten, sich weitere Torchancen herauszuspielen. Der Matchplan aus Sandhäuser Sicht sah es nun vor, auf Konter zu setzen. Darauf reagierte Nouri und setzte mit Charlison Benshop auf einen zusätzlichen Angreifer. Da mit Matip ein Verteidiger das Feld verließ, boten sich nun noch mehr Räume. Es dauerte aber bis zur 66. Minute ehe Denis Linsmayer auf 2:0 erhöhte. Begünstigt wurde der Treffer von einer Slapstick-Einlage der Ingolstädter Hintermannschaft. Ex-SVS-Leihgabe Benedikt Gimber und Torwart Philipp Heerwagen rannten sich gegenseitig über den Haufen, so dass Linsmayer den Ball nur noch einschieben musste.

Jetzt war das Selbstvertrauen zurück: Schleusener markierte nach einem Freistoß von Müller das 3:0. Sandhausen hatte jedoch noch nicht genug. Symptomatisch für den Abend der Ingolstädter war der Schlusspunkt: Gimber, der einen rabenschwarzen Tag erwischte, prallte mit Phil Neumann zusammen. So war der Weg für Schleusener und das 4:0 (86.) frei. „Bei meinen Toren gehörte ein gewisses Quäntchen Glück dazu, aber das hatte ich mir auch erarbeitet“, erklärte Schleusener, der sich für seinen neuen Coach freute: „Das ist ein Traum-Einstand für diesen sehr ambitionierten und fokussierten Trainer.“

Lob für die Arbeit in den ersten Einheiten gab es auch von Wooten: „Er hat uns gut aufgestellt. Wir haben uns nach dem Trainerwechsel selbst hinterfragt und schauen jetzt nach vorne. Wir müssen da weitermachen und einen kleinen Lauf starten.“ Koschinat selbst gab die Komplimente gerne zurück: „Meine Mannschaft war sehr aktiv und griffig. Das Ergebnis ist deutlich, aber aufgrund der letzten 25 Minuten nicht unverdient.“

Während in Sandhausen also wieder Hoffnung aufkeimt, kriselt es bei den Ingolstädtern immer mehr: Unter Nouri hat der FCI noch kein Spiel gewonnen. Noch schlimmer: Vier Mal gingen die Bayern als Verlierer vom Feld. Sandhausen schiebt sich dagegen wieder näher an die Nicht-Abstiegsränge heran. „Bis Montag atmen wir jetzt erst einmal tief durch, dann fokussieren wir uns auf unser Auswärtsspiel in Paderborn“, ist auch Schork glücklich über den ersten Dreier vor heimischer Kulisse. Bild: dpa

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