Lokalsport

3. Fußball-Liga Heimpremiere des SV Waldhof Mannheim verdeutlicht die Herausforderungen in der neuen Spielklasse

Unerfreuliche Erfahrungswerte

Archivartikel

Der Unterschied zwischen der Regionalliga und der 3. Liga – nach dem Auftstiegsjubel im vergangenen Mai war diese Größe lange theoretischer Natur. Nach zwei Spieltagen hat der SV Waldhof Mannheim nun aber auch die ersten praktischen Erfahrungswerte. Und die sind nicht immer erfreulich.

„In der 3. Liga bekommst du vielleicht ein, zwei Chancen. Die musst du dann aber eben auch machen“, blickte beispielsweise Dorian Diring auf das 0:0 gegen den SV Meppen vom Samstag zurück. Der Franzose in Diensten des SVW muss es wissen: Gegen die Emsländer absolvierte er sein 50. Drittliga-Spiel und hätte in der 70. Minute zum Matchwinner werden können, wenn sein Schuss aus rund zehn Metern nicht rechts am Tor vorbei gegangenen wäre. „Da war ich vielleicht etwas zu nervös vor dem Tor. Daran muss ich arbeiten“, räumte Diring ein.

Zu wenig Ideen

In der Partie gegen den SVM, in der die Mannheimer nach der Roten Karte gegen Meppens Willi Evseev (23.) über eine Stunde in Überzahl agierten, wäre die verpasste Führung sicher der von Trainer Bernhard Trares erhoffte „Dosenöffner“ gewesen. Doch die Dose blieb zu, mehr als einen Punkt sollte es beim Heimdebüt nicht geben. „Wir nehmen den Zähler mit und akzeptieren das jetzt so“, meinte der Coach. Dabei schwang allerdings auch die Erkenntnis mit, dass wie schon beim 1:1 in Chemnitz mehr drin war als ein Remis – aber dem SVW gelang es einfach nicht, den entsprechenden Nutzen aus der nummerischen Überzahl zu ziehen. „Wir haben es verpasst, den entscheidenden Tempowechsel hinzukriegen“, beobachtete Innenverteidiger Marcel Seegert, wie sich der Waldhof in der eng gestaffelten Meppener Abwehr immer wieder verfing und sich wie bei Dirings Chance nur selten Richtung gegnerischen Strafraum durchspielen konnte. „Das ist uns zu wenig eingefallen“, redete auch Kapitän Kevin Conrad nicht lange um die offensichtlichen Probleme herum, die zudem mit der Angst vor einem möglicherweise tödlichen Konter einhergingen.

Denn zu was der SVM in der Lage gewesen wäre, zeigten vor allem die ersten 20 Minuten vor dem Platzverweis gegen Evseev, als der Waldhof im eigenen Stadion keinen Fuß auf den Boden bekam. Meppen spielte präziser und präsenter, den Mannheimern gelang es dagegen zu keiner Zeit, die Initiative zu übernehmen.

„Nicht gut ins Spiel gekommen“

„Das sind wir nicht gut ins Spiel gekommen, Meppen hat uns gut angelaufen“, analysierte Trares. Erst mit einem Mann mehr kam der Aufsteiger auf Augenhöhe – auch, weil sich die Emsländer in Unterzahl naturgemäß weiter zurückzogen, auf Konter lauerten und es meistens nicht besonders schwer hatten, weil auch die individuellen Glanzpunkte aufseiten der Mannheimer ausblieben. So fehlten auf der linken Abwehrseite, wo Kapitän Conrad einmal mehr aushelfen musste, die Impulse nach vorne, der gelernte Strafraumstürmer Valmir Sulejmani konnte zu selten das entsprechende Tempo aufnehmen, um die Hintermannschaft der Emsländer in Verlegenheit zu bringen. Und im Sturmzentrum lieferte Kevin Koffi zwar eine solide Partie ab, blieb allerdings eher mit seiner verpassten Gelegenheit aus der 33. Minute in Erinnerung.

Selbst die späte Umstellung mit dem Wechsel von Gianluca Korte für den defensiveren Benedict dos Santos hatte nicht mehr den erwünschten Effekt. Dem Mittelfeld-Dribbler war die jüngste Pause noch etwas anzumerken, bis zum Ende war nur noch Maurice Devilles Kopfball nach einer Ecke zu notieren (80.).

Magdeburg wartet

„Der Fluss hat noch ein bisschen gefehlt. Vielleicht müssen die Jungs noch etwas den Respekt ablegen, um in der Liga anzukommen“, mutmaßte Trainer Trares über die fehlende Leichtigkeit im Waldhof-Spiel, die vielleicht auch mit der Erwartungshaltung vor dem Heim-Debüt zu tun hatte. Zumindest diesen Druck dürften die Mannheimer am Mittwoch (19 Uhr) beim 1. FC Magdeburg dann nicht mehr haben. Nach dem 0:0 in Zwickau ist in diesem Duell vor allem der Zweitliga-Absteiger aus den Osten unter Druck.

Info: Video und Fotostrecke unter morgenweb.de/svw

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