Lokalsport

3. Handball-Liga Frauen Für die Jungbären geht’s nach Pforzheim

Verrückt, frech und mit Spaß dabei

Die Vorbereitung auf die zweite Saison in der 3. Handball-Liga lief diesmal anders. Nur ganz selten hatte Adrian Fuladdjusch, der Trainer der zweiten Mannschaft der Ketscher Kurpfalz-Bären, alle Spielerinnen beisammen. Das hatte verschiedene Gründe: Die Sommerpause wird auf dieser Leistungsebene für Urlaube genutzt, andere Akteurinnen fielen aufgrund von Verletzungen aus. „Deswegen haben wir den Schwerpunkt auf die individuelle Ausbildung gelegt und den taktischen Aspekt hintenangestellt“, erläutert der 30-Jährige, der ein Lob an die Urlauber verteilt: „Keine kam mit einem Bierbauch zurück. Sie haben ihre Pläne gut umgesetzt.“

Aber, wer den Auftritt der Juniorbären im DHB-Pokal gesehen hat, der konnte sich vergewissern, welch großes Potenzial in der Talenttruppe steckt. 40 Minuten spielte Ketsch II auf Augenhöhe mit, führte gegen den Zweitligisten Herrenberg sogar mit 15:14, ehe der Einbruch folgte. „Das lässt uns positiv in die Zukunft schauen“, ist Fuladdjusch vor dem Auftakt am Samstag beim Aufsteiger TG Pforzheim (Anwurf: 17.30 Uhr) optimistisch.

Wunschspielerin bekommen

Personell hat die Zweitliga-Reserve noch einmal nachgelegt: Nina Hof-stetter kommt an den Altrhein zurück und mit Christina Völker – sie kam von der SG Bellheim/Ottersheim/Zeiskam – hat Fuladdjusch endlich seine Wunschspielerin bekommen. Bei dieser Verpflichtung zeigt sich: Hartnäckigkeit zahlt sich aus. „Wir sind seit fünf Jahren in Kontakt. Damals war sie 22 und schon da hätte ich sie gerne verpflichtet. Jetzt wird es schwerer, alles aus ihr rauszuholen, weil schon ein paar Abläufe eingefahren sind. Aber sie kann trotzdem oben anklopfen“, traut Fuladdjusch ihr den Sprung zu.

Ketsch wäre aber nicht Ketsch, wenn nicht auch aus den Jugendbereichen die Talente nach oben drängen würden. Samina Obländer und Nadja Reißner sind Spielerinnen, die den Sprung in dieser Saison schaffen könnten. Reißner kommt dabei entgegen, dass Julia Löbich derzeit aufgrund von Problemen mit der Patellasehne ausfällt. „Trotzdem mussten wir auswärtige Spielerinnen holen, denn die Mädels, die aus dem Nachwuchs kamen, waren eher schnelle Spielertypen und keine Wurfspezialistinnen“, erklärt der Trainer die Transfertätigkeiten.

Die Liga empfindet er als noch stärker als vergangene Saison: „Mit Ausnahme von Regensburg sind alle Mannschaften, die hinter uns waren, nicht mehr da. Und mit Gröbenzell kommt ein ganz starker Absteiger dazu. Wir werden uns gewaltig strecken müssen, um in der Liga zu bleiben.“ Deswegen baut Fuladdjusch auch wieder auf die Unterstützung der Zweitligaspielerinnen. „Klar, wir werden sie brauchen, um den einen oder anderen Sieg zu sichern. Aber die Qualität der eigenen Mannschaft genügt auch, um Spiele aus eigener Kraft zu gewinnen.“

Und so versteht er seinen Job auf drei Arten: „Wir wollen Spielerinnen der ersten Mannschaft Spielpraxis geben, wir möchten die eigenen Spieler ausbilden und außerdem auch noch die Jugendspieler heranführen. Und wir werden allen Aufgaben gerecht – auch wenn das nicht jedem Gegner passen wird, wenn wir da manchmal mit U-23-Spielerinnen aus der zweiten Liga in der Südstaffel auflaufen werden.“ Ein großes Plus ist die Qual der Wahl auf der Torhüterposition: Katrin Rüttinger verfügt über Bundesligaerfahrung, Laura Essmann und Katja Heinzmann haben im Unterhaus schon gespielt. „Ich kenne keine Mannschaft in dieser Liga, die auf dieser Position besser besetzt ist“, findet Fuladdjusch.

„Es wird extrem schwierig“

Der Druck ist aber von Beginn an groß, das weiß auch der Übungsleiter: „Wir müssen die Aufsteiger unbedingt schlagen. In Pforzheim wird es extrem schwierig. Der Aufsteiger wird noch von einer Euphorie getragen. Und unsere Aufgabe ist es, Pforzheim einzufangen.“ Das Besondere ist sicher die Art und Weise, wie man bei den Juniorbären mit Niederlagen umgeht: Da wird nicht lange gehadert, sondern direkt nach der Kabinenbesprechung schlüpfen die Spielerinnen in Kostüme. „Was bringt es mir, wenn wir alle traurig im Bus sitzen. Ich will, dass die Spielerinnen mit einem positiven Gefühl aus dem Bus aussteigen und das werden wir auch so beibehalten“, beschreibt Fuladdjusch seine bunte Bande. Und die ist eben frech, ein bisschen verrückt und hat auch noch Spaß dabei.

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