Lokalsport

Fußball-Landesliga Eppelheim hält die Spieler via App fit

„Vertrauen den Jungs“

Archivartikel

Der Trainer des Fußball-Landesligisten SG ASV/DJK Eppelheim, Frank Engelhardt, der in seiner eineinhalb jährigen Amtszeit aus einer Abstiegsmannschaft ein Spitzenteam formte, möchte in der jetzigen Zwangspause aufgrund der Corona-Situation nichts dem Zufall überlassen. Er hat sich etwas einfallen lassen, um seine Mannen fit zu halten für die eventuell im Dezember noch ausstehenden zwei Begegnungen.

Wir fragten den SG-Trainer welche Maßnahmen er getroffen hat und sprachen auch mit den beiden Spielern Patrick Greulich und Max Weiss, wie die Vorgaben bei ihnen angekommen sind. Weiss findet das Ganze gut, gibt allerdings zu bedenken, dass dies nicht adäquat das übliche Mannschaftstraining ersetzt. „Jeder ist gefragt, sich individuell fit zu halten und das wird auch jeder Spieler tun. Wir stehen derzeit auf dem dritten Platz mit Tuchfühlung nach ganz oben. Jetzt gilt es das Leistungsniveau zu erhalten. Das sieht auch Greulich so. „Ich glaube alle finden es gut, denn es entsteht dabei auch ein kleiner Wettbewerb innerhalb des Teams, wer die besten Zeiten bei den Läufen liefert und das spornt mit Sicherheit zusätzlich an.“

Herr Engelhardt, Sie haben jedem Spieler einen Trainingsplan anhand gegeben und sich darüber hinaus noch weitere Gedanken gemacht, wie Sie ihre Leute während der Zwangspause fit halten. Wie sieht das im Einzelnen aus?

Frank Engelhardt: Wir haben festgelegt, unseren Jungs zweimal wöchentlich eine Laufeinheit mit verschiedenen Zielen via App vorzugeben und eine dritte Einheit mit einem 30-minütigen Workout durchzuführen. Das kann optional mehrmals durchgeführt werden, ist aber keine Pflicht.

Wie muss man sich so eine Videotelefonie oder Videocall vorstellen?

Engelhardt: Nun ja, man kann sich bei der Telefonie eben in die Augen schauen statt sich nur zu hören – und bei einem Call bietet sich die Zoom-App an, um mehrere Personen gleichzeitig zuzuschalten und sie sehen zu können.

Können die Spieler schummeln?

Engelhardt: Natürlich, auf der einen Seite können sie jemand anderen laufen lassen, dessen Ergebnisse uns dann übermittelt werden und beim Workout können sie es auch ganz sein lassen. Hier zählt letztlich die Eigenverantwortung und der Teamgedanke. Wir vertrauen unseren Jungs in dieser Hinsicht voll und ganz und sind uns sicher, dass hier niemand das Team verarscht.

Inwieweit können diese Maßnahmen eine übliche Trainingseinheit ersetzten?

Engelhardt: Kein Lauf und kein Workout können fußballspezifische Abläufe ersetzen. Das Mannschaftstraining ist für mich letztlich unersetzlich, weil man den Bereich der fußballspezifischen Ausdauer, spieltaktische Trainingsformen oder Automatismen ständig im Blick hat und fördert.

Ist in den nächsten Wochen geplant – natürlich unter Corona-Bedingungen – sich persönlich zu treffen und auszutauschen, was noch verbessert werden kann?

Engelhardt: Derzeit gibt es dahingehend keine Überlegungen. Wir konnten in dieser Woche mit jedem einzelnen Spieler ein virtuelles Gespräch oder das herkömmliche Telefonat führen, um über unsere Planung der nächsten vier Wochen zu sprechen und darüber hinaus auch gegenseitiges Feedback zu geben. Jeder weiß, was zu tun ist und wo er persönlich steht nach zehn Spieltagen. Mit dieser Grundlage gehen wir weiter in die Unterbrechung und warten alle weiteren Entscheidungen und Vorgaben des Verbandes ab. Bild: Fischer

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional