Lokalsport

Interview Der Trainer des Fußball-Landesligisten FV Brühl Volker Zimmermann bewertet die Platzierung auf Basis der zur Verfügung stehenden Mittel positiv

„Viele wirtschaftlich besser aufgestellt“

Archivartikel

Das hat man sich beim Fußball-Landesligisten FV Brühl ganz anders vorgestellt, denn zum hundertjährigen Bestehen, das der Verein in diesem Jahr feiert, wollte man sportlich wesentlich besser dastehen, als es derzeit der Fall ist. Auch hatte man sich insgeheim den Aufstieg in die Verbandsliga im Jubeljahr ins Auge gefasst. Stattdessen dümpelt der Verein derzeit im Niemandsland in der Tabelle herum und verliert für die nächste Saison mit Patrick Greulich und Patrick Morscheid zwei Leistungsträger. Wir sprachen mit Trainer Volker Zimmermann, der seit drei Jahren das Traineramt zusammen mit Co-Trainer Gaetano Scalia in Brühl bekleidet, warum die Leistungskurve beim FVB stagniert und wie die Aussichten im neuen Jahr sind.

Herr Zimmermann, wer Sie kennt, weiß, dass Sie sich als erfahrener Trainer nicht gerne mit Mittelmaß begnügen und eigentlich den FVB gerne zu einer Größe in der Landesliga geführt hätten. Warum hat das bisher noch nicht geklappt?

Volker Zimmermann: Wir haben in der vergangenen Saison trotz der Abgänge von Björn Weber (Karriereende, Anm. d. Red.) und Uli Riedelsheimer (Wegzug nach Freiburg) einen achtbaren fünften Tabellenplatz (beste Platzierung des FV Brühl in der Landesliga) erreicht. In diesem Jahr müssen wir durch das Ausscheiden der Spieler Robin Hess und Enes Sen (berufsbedingt) auf zwei oberligaerfahrene Spieler verzichten. Dazu kommt der verletzungsbedingte Ausfall von Roman Spilger, das können wir mit unserem kleinen Kader nicht kompensieren, so dass realistisch gesehen die gute Platzierung des letzten Jahres nicht zu halten ist und wir uns auf den Plätzen sieben bis zehn einordnen werden. Das ist nach meiner Meinung trotzdem positiv zu bewerten, da der FV Brühl in der Vergangenheit öfter in Abstiegsnöten war.

Jetzt geht auch noch Patrick Greulich, die „Lebensversicherung“ der Brühler in den vergangenen Jahren, und gibt als Hauptgrund fehlende sportliche Perspektiven an. Wie denken Sie darüber?

Zimmermann: Der Abgang von Patrick Greulich tut natürlich weh, aber es ist legitim, dass er nach 24 Jahren FV Brühl im Alter von 27 Jahren eine neue Herausforderung sucht. Sportliche Perspektiven haben natürlich immer mit der Konkurrenzsituation der Liga zu tun, wenn man sieht, wer in den letzten Jahren aus der Landesliga aufgestiegen ist (Heddesheim, Gartenstadt) und wer Jahr für Jahr in der Spitze der Landesliga auftaucht, muss man die Aussage von Patrick, dass er in Brühl keine Perspektiven sieht, relativieren. Wir erreichen, meiner Meinung nach, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln gute Ergebnisse, können uns allerdings mit vielen Vereinen der Liga wirtschaftlich nicht messen.

Auch munkelt man, dass zwei weitere Leistungsträger, wie Markus Schulze und Tim Heene aus beruflichen Gründen kürzer treten wollen und eventuell nur noch bedingt zur Verfügung stehen. Können Sie das bestätigen? Und wenn es stimmt, wie wollen Sie diese Lücke schließen?

Zimmermann: Als sichere Abgänge stehen bisher nur Patrick Greulich (Eppelheim) und Patrick Morscheid(Weinheim) fest. Mit Markus Schulze und Tim Heene – beide sehr wichtige Stützen des FV Brühl – werde ich Lösungen finden, damit uns beide in der nächsten Saison weiter zur Verfügung stehen. Wir werden weiterhin den Spielermarkt sondieren und im nächsten Jahr mit einer guten Mannschaft in die Landesligasaison 2018/19 starten.

Sie scheinen eine Vorliebe für Spieler des Verbandsligisten SV 98 Schwetzingen zu haben. Mit Alexander Knöbl und Aron Späth haben Sie zwei weitere Spieler des SV 98 nach Brühl gelockt. Auch Sören Ruder und Michael Kettenmann standen auf Ihrer Wunschliste. Warum kamen diese Transfers nicht zustande?

Zimmermann: Natürlich habe ich zum SV 98 Schwetzingen aufgrund meiner langjährigen Trainertätigkeit dort einen besonderen Zugang. Gerade deshalb werden von mir auch keine Spieler des SV 98 angesprochen, die weiter verpflichtet werden sollen. So war es auch bei Sören Ruder und Michael Kettenmann sowie den Spielern Aron Späth und Alexander Knöbl der Fall. Nachdem die Trainerfrage in Schwetzingen geklärt war und Gernot Jülich im nächsten Jahr in Schwetzingen Trainer ist, hat mir Michael Kettenmann mitgeteilt, dass er weiter beim SV 98 bleibt. Sören Ruder hat sich nicht für uns, sondern für die Spvgg 06 Ketsch entschieden.

Welche Spieler werden ebenfalls noch den Verein verlassen und welche Neuzugänge sind geplant?

Zimmermann: Als Abgänge stehen bisher nur Patrick Greulich (Eppelheim) und Patrick Morscheid (Weinheim) fest. Neuzugänge sind Aron Späth und Alexander Knöbl (SV 98) sowie Tim Wäckerle (TSG Eintracht Plankstadt). Bild: Fischer

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