Lokalsport

Vive la France?

Zu Beginn der Fußball-WM waren die Sympathien in Deutschland klar zu erkennen. Eigentlich waren fast alle für die Löw-Truppe, diesmal auch die hier lebenden türkisch-, italienisch- und griechischstämmigen Mitbürger – mangels Teilnahme. Klar die Spanier, Kroaten, Russen, Serben hatten ihre Favoriten. Aber was ist, seit Deutschland ausgeschieden ist?

Nicht nur, dass die Fußball-WM praktisch für viele beendet war und in der Öffentlichkeit keine Rolle mehr spielte. Es ging für die Fußballfans auch darum: Für wen bin ich jetzt? Da gab und gibt es ganz unterschiedliche Gründe. Einer wäre Island gewesen, weil den Underdog – mit so vielen Fußballern wie Mannheim Einwohner hat – mögen. Und die Frauen, weil Rúrik Gislason vom SV Sandhausen der Attraktivste von allen ist. Meine Nachbarin fieberte mit Uruguay, weil sie dort Verwandtschaft hat und fluchte wie ein Berserker, als sie ausgeschieden waren. Klaus zeigte in unserer Dreierrunde beim Viertelfinale gegen Brasilien ungeahnte, ja fast ekstatische Begeisterung für Belgien – einfach nur, weil sie gute Kicker sind.

Aber die meisten Sympathien gingen praktisch von Anfang an in Richtung Frankreich. Etwa vom Kollegen, der aufgrund unzähliger Urlaube im Nachbarland frankophile Gefühle hegt. Oder von dem Bekannten, der jahrelang in Frankreich gearbeitet hat. Und dann gibt es ja noch die französischen Partnerstädte, mit denen viele Bürger Kontakte und Freundschaften pflegen. Da werden viele Daumen gedrückt.

So habe ich mich – bei allem Riesenrespekt vor der kroatischen Leistung – auch entschieden, wegen Marie, Jacques, Eveline, René, Lucien, Emilie oder Jean-Pierre. Und ich habe schon vor dem Halbfinale die Tricolore in meinem Garten gehisst. Vive la France. Und wenn Kroatien besser ist, dann isses halt so . . .

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