Lokalsport

Handball-Badenliga Frauen Gäste der HG Oftersheim/Schwetzingen gewinnen mit 27:23 / Gastgeber verstricken sich zu sehr in Einzelaktionen

Zwölf Minuten lang schießt Brühl kein Tor

In einem temporeichen, aber nicht immer hochklassigen Spiel, entführten die Badenliga-Handballerinnen der HG Oftersheim/Schwetzingen bei ihrem 27:23-(10:14)-Erfolg in Brühl verdient beide Punkte. Im Vorfeld wurde dabei gemutmaßt, dass es sicher eine Partie auf Augenhöhe geben wird. Das erwies sich über weite Strecken als durchaus zutreffend, wenngleich anders als vermutet.

Während der TV Brühl die erste Hälfte dominierte, war es ab der 40. Minute die HG, die das Spiel diktierte. Beide Mannschaften mussten mit dem Handicap leben, auf wichtige Spielerinnen verletzungsbedingt zu verzichten.

Brühl begann wie erwartet stürmisch und legte nach sechs Minuten bereits ein 4:0 vor. Dabei sah die Gästeabwehr nicht sonderlich gut aus, denn sie bekam die schnellen Spitzen nicht in den Griff. Trainer Klaus Braun reagierte zwangsweise früh mit dem grünen Karton. Danach stand seine 6:0-Defensivformation zwar besser, aber noch nicht zielführend genug. Auf der anderen Seite ging auch die HG ein hohes Tempo, die Brühler 5:1-Deckung war auf der Hut. Im weiteren Verlauf erhöhte Brühl mit Erfolg den Druck. Mit schönen Spielzügen wurden freie Räume erzwungen und die Chancen auch verwertet. Nichts schien auf eine Änderung der Rahmenbedingungen hinzudeuten. Positiv bei den Gästen, sie ließen sich selbst durch den deutlichen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen.

Nach der Pause verlief die Partie anders, obwohl zunächst im Abstand kaum merkbar, allerdings mit zunehmendem Druck durch die HG. Brühl erlaubte sich einige Flüchtigkeitsfehler, was dem eigenen Torekonto abträglich war. Oftersheim/Schwetzingen, dessen Abwehr jetzt ganze Arbeit verrichtete, kam heran und witterte Morgenluft. Die Brühlerinnen setzten sich nicht mehr wie in Hälfte eins im Angriff erfolgreich durch. Es fehlten, so schien es, ein wenig die Alternativen. Die HG nutzte jetzt auch besser die sich ihr bietenden Möglichkeiten. Das lag auch in der Tatsache begründet, dass zwei TVB-Spielerinnen kurz vor dem Ausschluss wegen dritter Zeitstrafe standen. Dadurch kam in manchen Situationen die Aggressivität in der Deckungsarbeit zu kurz.

Das wurde von den Gästen, deren Kampfgeist nie nachließ, erkannt und zum Vorteil gewendet, clever eben. Die letzte Brühler Führung (19:18) datierte aus der 45. Minute. Der TVB verlor an Linie und verstrickte sich zu sehr in Einzelaktionen, während sich die HG weiter kraftvoll freischwamm. Gerade in dieser Phase gelang dem TVB zwölf Minuten kein einziger Treffer. Zu wenig, um Punkte zu holen. Die nahmen die Gäste mit. Einmal in Front ließen sie sich diese nicht mehr wegnehmen. ako/mj

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