Neulußheim

Jahrgang 1942/43 Gemeinsam den 75. Geburtstag gefeiert / Erinnerungen an die Schulzeit sorgen für Heiterkeit und manch schmerzliche Erinnerung

Als noch der Rohrstock geschwungen wurde

Neulußheim.Wiedersehensfreude, Begrüßungen, Händeschütteln – zum 75. Geburtstag des Jahrgangs 1942/43. Eine lockere Atmosphäre, die während des Schülertreffens des Jahrgangs anhielt.

Werner Saam dankte in einer kurzen Ansprache der Initiatorin des Treffens zum 75. Geburtstag, Lilo Langlotz, für ihre Arbeit und die heutige erfolgreiche Zusammenführung der ehemaligen Schüler mit einem Blumenstrauß. Bereits am Nachmittag führte der Gang über den Friedhof zu den inzwischen verstorbenen Mitschülern, zu deren Ehren am Engeldenkmal ein Blumengebinde niedergelegt wurde. Auf der langen Liste der Verstorbenen musste auch der Tod des letzten Klassenlehrers Franz Kutscher beklagt werden.

Anekdoten erheitern den Saal

Nach dem Abendessen – es war unvermeidlich – erinnerte man sich der Schulzeit mit manchen Anekdoten. Wer hatte einen Lehrer ins Klo eingesperrt? Nach der Aufklärung durfte sich der Übeltäter aussuchen: Fünf Schläge sofort auf den Hosenboden oder 10 Tage lang täglich einmal diese Strapaze für den Hintern. Es gab in den 1950er Jahren noch kein Verbot der Prügelstrafe. Und damit der Rohrstock und die Ruten nicht so schmerzhaft waren, wurden sie heimlich angesägt und zerbrachen bei der Abstrafung. Leider erfolgte diese dann in einer anderen Form.

Die unbeliebten Pädagogen hatten für die Schüler Bezeichnungen wie „Ihr Haderlumpen“ oder auch „Ihr Wassersäcke“, das waren keine Fremdworte für sie. Doch ein mancher Lehrer wusste neue Wege: Strafarbeiten schreiben lassen. Das war ätzend! Ja, und die von der Klasse herunter gelassenen schwarzen Fensterrollos: Die Dunkelheit erschreckte den Pfarrer beim Betreten des Klassenzimmers. Ein lautes Lachen der Schüler brach aus – prompt war für die ganze Klasse das Abschreiben der (elend langen) Schulordnung die Folge.

Man erinnerte sich auch der „schlimmen“ Montage, wenn die Neulußheimer Fußballer verloren hatten: Der Klassenlehrer war dann ungenießbar.

Niederlagen schmerzen

Es gab viel zu lachen und die ehemaligen Schulkameraden tauschten bis spät in die Nacht Erinnerungen aus. Die Nachteulen verabschiedeten sich mit einem fröhlichen „auf baldiges Wiedersehen“. gj

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