Neulußheim

Anschluss verpasst

Eins muss man der Deutschen Bahn lassen: Wenn sie was versemmelt, dann aber richtig. Wenn man bedenkt, wie viele Pannen und Unzulänglichkeiten es beim schier endlosen barrierefreien Ausbau des vergleichsweise überschaubaren Bahnhofs in Neulußheim gegeben hat, mutet es fast tollkühn an, sich demselben Unternehmen für Fahrten mit weit über 200 Stundenkilometern anzuvertrauen.

Die einzige Zuverlässigkeit, die der Eisenbahnkonzern bei den im Herbst 2017 unter Vollsperrung begonnnen Arbeiten gezeigt hat, war die Kontinuität bei der Lieferung von Gesprächsstoff. Irgendeinen Grund gab es immer, dass die beiden Aufzüge nicht „fahrplangerecht“ das erledigten, wofür sie längst hätten in Betrieb gehen sollen: Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Reise per Zug zu ermöglichen, ohne Kraftakte oder groteske Umwege in Kauf nehmen zu müssen.

Erst hatte das Projektbüro den Ausbau im Frühjahr 2018 ab-schließen wollen, dann rutschte der Termin für die Inbetriebnahme immer weiter nach hinten – auch als die Fahrstühle längst mit aller Technik installiert waren. Dass eine Freigabe so lange braucht wie andernorts die Errichtung eines kompletten Gebäudes um den Aufzug herum, ist schwer nachvollziehbar. Dass es dann aber nicht einmal pünktlich eine Information gibt, wenn es endlich, endlich so weit ist – das ist auch mit der Größe des Unternehmens nicht zu erklären.

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