Neulußheim

„Gemeinsam statt einsam“ Privatführung durchs Mannheimer Schloss mit Dr. Ralf Wagner

Blick ins kurfürstliche Leben

Neulußheim.So ein Glück hat wirklich nicht jeder, wie das Team von „Gemeinsam statt einsam“ bei einer Privatführung durch das Mannheimer Schloss mit Dr. Ralf Wagner. Wagner ist Mitglied des Teams, kann nicht nur exzellent kochen, er ist Kunsthistoriker und Konservator für Burgen und antike Bad-ruinen im Land und besitzt ein enormes und profundes Wissen. Er versteht etwas von seiner Materie. Von seinem enormen Fachwissen und der leidenschaftlichen Begeisterung für die Historie des Mannheimer Schlosses profitierte ganz klar das Helferteam. Der Gang durch das Mannheimer Schloss wurde zu einem Erlebnis. Nicht nur trockene Zahlen, Dr. Ralf Wagner nahm seine Truppe auch mit in das gesellschaftliche Leben auf einem Schloss.

Das monumentale Barockschloss ist das zweitgrößte Barockensemble Europas, nach Schloss Versailles. Dies sollte die bedeutende Stellung repräsentieren, welche die Kurfürsten von der Pfalz im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation einnahmen. 1720 verlegte Kurfürst Carl Philipp die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz von Heidelberg nach Mannheim und ließ dort den Grundstein für den Neubau der Schlossanlage legen. Sein Nachfolger, der kunstsinnige Kurfürst Carl Theodor vollendete die Residenz. Im 19. Jahrhundert erlebte das Schloss seine zweite Blüte, als Erbprinz Karl von Baden und seine Gemahlin Stéphanie de Beauharnais, eine Adoptivtochter Napoleons Bonapartes, ihren Wohnsitz im Schloss nahmen.

Im Krieg zerstört

Die Innenausstattung des Schlosses war ein Gesamtkunstwerk von europäischem Rang. Nach der völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Mittelbau des Schlosses wieder aufgebaut. In den Flügeln ist die Universität beheimatet. Über die prunkvolle Zeremonialtreppe, kam die Gruppe in den repräsentativen Rittersaal, wo Ordensfeste zelebriert wurden. Heute sind die Prunkräume der Beletage mit über 800 Exponaten eingerichtet.

Inneneinrichtung begeistert

Beeindruckt von großformatigen und leuchtenden Tapisserien, reich verzierten Möbeln, wertvollem Porzellan und Gemälden konnte man sich die einstige fürstliche Pracht gut vorstellen. Über das Ehe- und Liebesleben mit wechselnden Liebschaften wusste Dr. Ralf Wagner so einiges zu berichten. Hochzeiten mit hohen Gästen, prächtige Roben der Damen, die sündhaft teuer waren, Bienenwachskerzen, die den Saal erhellten und bei der Hochzeitsnacht und der Geburt anwesende Zuschauer waren Stichworte.

Durch den imposanten Thronsaal ging es zum Trabantensaal, wo die 1970 rekonstruierten Stuckdecken bewundert wurden. Viele Dinge im Gelben Salon und im Musikzimmer Stéphanies haben das Chaos des zweiten Weltkriegs überstanden und erfreuen die Besucher. Über die enge Wendeltreppe der Diener ging es hinab ins Erdgeschoss, wo man das schönste Zimmer, Carl Theodors prächtige Bibliothek, hinterm Glasfenster bestaunen konnte.

Nachdem standesgemäß im Restaurant „Kurfürsten“ das Mittagessen eingenommen wurde, bedankte sich das Team um Gerda Schellenberger bei Dr. Ralf Wagner. Seine Führung habe begeistert, man habe seine starke Identifikation mit der Historie gespürt und interessiert dem Leben bei Hofe gelauscht. rhw

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