Neulußheim

Nachruf Der Künstler Bernhard Apfel ist verstorben

„Die Geburt des Wassers“ bleibt

Archivartikel

Neulußheim.„Ein Apfel ist ein Apfel“, so brachte dereinst Neulußheims Kunstpapst Wolfgang Treiber auf den Punkt, was wohl alle Betrachter schmunzelnd beim Anblick einer der Skulpturen des schlitzohrigen Bayern denken: Der absolute Wiedererkennungswert war und ist ein Markenzeichen des graumähnigen Sympathieträgers.

Der in Bad Tölz aufgewachsene Ausnahmekünstler ist am 23. Februar im Alter von 71 Jahren in seiner letzten Heimatstadt Leimen gestorben – er hinterlässt den Kunstfreunden ein großes Œuvre und zahllose Erinnerungen an den stets verschmitzten, fröhlichen Mann mit der gewinnenden Natürlichkeit.

Eine Lebenshaltung, die sich in seinen immer scharf- und hintersinnigen Kunstwerken widerspiegelt: Nichts von der Stange, in einem bisweilen kuriosen Stilmix aus Kunst und Handwerk, Zeichnen, Collagen, und eben der fast schon archaischen Arbeit mit dem Holz stoßen sie den Betrachter unweigerlich mit der Nase auf das, was gesagt werden soll, und lassen doch weite Räume für eigene Interpretationen.

Relief ziert Lußhard-Schule

Mit Neulußheim hat den Oberbayern viel verbunden: Nach 35 Jahren in der Verwaltung und 25 Jahren nebenberuflicher künstlerischer Arbeit hatte Bernhard Apfel – inzwischen vier Jahre freischaffender Künstler – 2002 in der „Guten Stube“ der Vier-Sterne-Gemeinde seine erste Einzelausstellung. Noch im gleichen Jahr enthüllte er sein grandioses großes Relief „Die Geburt des Wassers“ in der Lußhard-Schule.

Neben Exhibitionen in Deutschland, Österreich, Belgien und Russland stellte Apfel noch drei weitere Male im „Alten Bahnhof“ aus. Zuletzt sorgte er 2012 dem vielbeachteten großen Passionsaltar „Schuld und Sühne“ für die Heidelberger Jesuitenkirche, der bereits durch Kirchen in ganz Deutschland getourt ist und 2017 mit zwei weiteren Figuren im Eingangsbereich des Gotteshauses für Aufsehen.

Mit Bernhard Apfel verabschiedet sich einer der ganz Großen für immer aus Neulußheim – und wird dort doch stets zu Gast sein.

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