Neulußheim

Prunksitzung Ein dreifaches Ahoi für die „Aktiv im Alter“-Senioren / Pfarrerin Katharina Garben begrüßt als Engel die Narren

Donnernde Raketen für Tanzmariechen

Neulußheim.Während in den Nachbargemeinden mit Büttenreden, Prunksitzungen und Umzügen die fünfte Jahreszeit langsam seinen Höhepunkt erreicht, überlässt der Neulußheimer das Narrentreiben gerne den engagierten Narren aus den Nachbarorten oder über die Grenzen hinweg den Kirrlachern oder Oberhäusern.

Aber ganz so fasnachtsfrei war es in Neulußheim nun doch nicht. „Dunnerkeil“, da ging vielleicht bei den „Aktiv im Alter“-Mitgliedern die Post ab. Einmal im Jahr zeigen die Senioren, dass sie auch Fastnacht können. Zwar hätten es ein paar mehr Narren sein können. Der Sturm hielt dann doch einige davon ab, zu kommen. Für die Gekommenen aber bot sich ein Programm vom Allerfeinsten. Als Engel schwebte Pfarrerin Katharina Garben in den Saal und verkündete, dass man auch im Himmel nichts gegen ein freudiges Lachen hätte und eröffnete somit den bunten Fastnachtsnachmittag.

Krümelgarde fliegt nach Amerika

Den Anfang machte die Kindertanzgruppe der Tanzschule Scheurer aus Kirrlach mit leuchtend blauen Kostümen, die den ersten großen Applaus für ihren Auftritt bekamen. Nach einer Stärkung für die Senioren folgte die Krümelgarde der Luxe aus Altlußheim. Die Drei- bis Sechsjährigen machten mit ihrem feschen Flugkapitän in ihren hübschen Tierkostümen eine musikalische Flugreise nach Amerika, in die Antarktis, nach Afrika und Australien. Gelenkig und biegsam wirbelte anschließend Tanzmariechen Zoe Riehl, die im vergangenen Jahr schon die Senioren begeisterte, gekonnt über das Parkett. Jetzt war Zeit für die erste Büttenrede. Aus Speyer war Kai-Uwe Bechtel auf die Bühne gekommen. Im Berufsleben echter Polizist, erzählte er, mit welchen Enkeltricks Senioren betrogen werden und was er Lustiges in der letzten Woche auf den Straßen erlebt hatte.

Alois Kovar aus St. Leon-Rot hatte bekannte Fastnachtslieder zum Mitsingen mitgebracht. Zwischen den Tanz- und Büttenpausen brachte er eine super Stimmung in den bunt geschmückten Saal. Erinnerungen an vergangene Zeiten wurden geweckt. Den 96-jährigen Karl Kröger hielt es nicht mehr auf seinem Platz. Mit Jutta Singer wurde ein flottes Tänzchen gewagt.

Tanzmariechen Josefine von der Karnevalsgesellschaft Narhalla Ketsch und der Tanzsportgarde Plankstadt zeigte fast mühelose Bewegungen und Sprünge. Die Karnevalsgesellschaften können stolz auf solche Talente sein. Schwester Jutta vom Edelberg stieg mit Tapetenrolle und Hammer in die Bütt und erzählte, was man alles beim tapezieren mit dem Ehemann erleben und falsch machen kann. Ob Nägel wirklich helfen, wenn die Tapete von der Wand rutscht? Kein Wunder, wenn da das Blut in Wallung geriet. Alle im Saal waren sich einig: Tapezieren ist schwer. Und da der Musiker zu einer Pause verdammt wurde, erklang ein vielstimmiges „Tatö-tatö-tatö“. Hier war eine donnernde Rakete für Jutta Singer fällig.

Feengleicher Tanz und Akrobatik

Einen wahren Augenschmaus boten die sieben Tänzerinnen von Narhalla Ketsch und der Tanzsportgruppe Plankstadt in ihren Pierrot-Kostümen. Flotte Musik zu aktuellen Songs und eine tolle Choreografie brachte den Saal zum Kochen. „Gib mir ein Wort, gib mir ein 0“. Das war die Botschaft auf glitzernden Tafeln. Fast sprachlos machten auch die Auftritte der Gymta Altlußheim. Nele zeigte nicht nur ihr tänzerisches Können, sondern auch ihre perfekte Haltung. Begeisterung pur, was die zierlichen Mädchen Jessica und Lelia in ihren Kostümen auf der Bühne zeigten. Eine bezaubernde Mischung aus feengleichem Tanz und faszinierender Akrobatik. Fließende Bewegungen im Takt der Musik, Schritte im Gleichklang und Hebefiguren, die man diesen zarten Wesen nicht zutrauen würde. Dieser weitere Ausdruckstanz der Gympta war eindeutig der Höhepunkt der „Aktiv im Alter“-Seniorenfastnacht.

Dass Wünsche in Erfüllung gehen können, verkündete Kinderprinzessin Sophie I. vom Carnevals Club Blau Weiß Hockenheim in ihrem herrlichen Prinzessinnenkleid. In ihrer Büttenrede im vergangenen Jahr wünschte sie sich noch, Prinzessin zu werden. Ein Traum, der für sie jetzt wahr wurde und sie jetzt über Groß und Klein regieren dürfe.

Mit der Verleihung von Orden an Alexandra Özkalay und stellvertretend für alle Helfer des Fasnachtsnachmittags an Uschi Nitsche, die für das Programm gesorgt hatte, endete das Programm. Kein Halten mehr, keine Knieschmerzen. Beim letzten Lied von Alois zog es die bunt gekleideten Senioren auf die Tanzfläche. Bei „Flieg, flieg, schwimm, schwimm“ zeigten sie mit purer Lebensfreude, wie viel Spaß ihnen dieser „Aktiv im Alter“-Nachmittag gemacht hatte.

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