Neulußheim

Alter Bahnhof „Gardenparty“ eröffnet humorvoll, virtuos und mitreißend Sonntagsfrühschoppenreihe

Ein Fest der guten Laune

Neulußheim.Das Glück des Tüchtigen genügt nicht immer, man muss auch über die richtigen Kontakte verfügen. Klaus Maier hat beides, und das machte gestern den Auftakt der Frühschoppenreihe „Sekt, Bier & Musik“ im Kulturtreff Alter Bahnhof zum unerwarteten Erfolg.

Unerwartet nicht etwa im Hinblick auf musikalische Qualität und Unterhaltungswert der Schriesheimer Band „Gardenparty“. Von der hatten sich die Besucher zum Jahresabschluss 2017 überzeugen können, und Klaus Schenk ist als Sänger der „T-Band“ seit Jahren beliebter Gast am einstigen Bahnhaltepunkt.

Dass das Trio seinen Charme allerdings tatsächlich Open Air entfalten kann, damit war nach den Wetterprognosen nicht zu rechnen gewesen. Doch Kulturtreffleiter Maier und sein Team bauten unbeirrt draußen auf – und wurden belohnt.

Trotz Muttertags und Regenandrohung kamen rund 200 Gäste zum alten Waggon, um mit Stefan Bernauer (Keyboards und Gesang), Jörg Dalmolin (Gitarre) und Klaus Schenk (Gesang und Percussion-Pad) drei leidenschaftliche Musiker zu erleben, deren Spaß am Spiel mit Virtuosität und sympathischer Lockerheit eine unwiderstehliche Symbiose eingehen.

Zum Glück nicht in Gewerkschaft

Schenk, der Schalk von der Bergstraße, wird nicht müde anzumerken, dass die Band für einen Geringeren als Klaus Maier nicht zu so früher Stunde aufgetreten wäre. Um 11 Uhr friste man sonst das Dasein als „Musiker-Steak: einmal pro Stunde umdrehen“. Und das Publikum habe Glück, dass „Gardenparty“ nicht gewerkschaftlich organisiert sei, sonst sei um 13 Uhr pünktlich Schluss gewesen. „Aber wir spielen ja eigentlich ganz gerne hier“ – als ob man das nicht sowieso gemerkt hätte!

Mit „Easy (like Sunday morning)“ von Lionel Richie legt das Trio ganz entspannt los, und auch wenn das folgende „All night long“ sich als zu viel versprochen erweisen wird (zumindest bis zur Rückkehr bei der Summertime-Party am 13. Juli in größerer Besetzung): Gefeiert wird zweieinhalb Stunden lang ganz ausgeschlafen und bei bester Laune.

Dabei bieten deutsche Titel wie „Tage wie diese“ von den Toten Hosen oder „Major Tom“ von Peter Schilling Schenk Gelegenheit, den Spielort zwanglos in die Texte einzubauen und den Zuhörern das Mikrofon hinzuhalten – und die lassen sich nicht lange bitten. Gegen die etwas frischen Temperaturen hilft rhythmisches Mitklatschen, etwa bei Matthew Wilders Reggae-Rhythmen von „Break my Stride“ oder „New York, Rio, Tokyo“ von Trio Rio.

Keine Frage: Selbst bei zehn Grad weniger wären die Zuhörer bei dieser Gartenparty locker noch stundenlang weiter gerne geblieben.

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