Neulußheim

Gemeindebücherei 88 Kinder beteiligen sich an der Aktion „Heiß auf Lesen“ / Experimentalshow zum Abschluss

Einmal größer als Walldorf sein

Archivartikel

Neulußheim.Ungewöhnliche Geräusche im Alten Bahnhof: Es knuspert, dampft, piept und knallt. Der Wissenschaftler und Buchautor Joachim Hecker gastierte in Neulußheim. Seine Show „Heckers Hexenküche“ bildete den Abschluss der Sommerleseclubaktion „Heiß auf Lesen“, die die Gemeindebücherei 2019 zum ersten Mal angeboten hat.

Die Kinder spielten die Hauptrolle bei „Heiß auf Lesen“ ebenso wie bei Heckers Experimenten. So versenkte Assistentin Paulina Styroporfrosch „Walldorf“ im Schnellkochtopf. „Neulußheim“, sein Zwillingsbruder, blieb verschont. „Was passiert mit ‚Walldorf’, wenn er bei 180 Grad gekocht wird“, wollte Hecker wissen. „Er platzt!“ Er brennt!“. Nicht ganz: Nach seinem 30-minütigen Dampfbad holte Paulina einen sehr klein geschrumpften Frosch, aus dem Topf. „Jetzt ist Neulußheim größer als ,Walldorf’!“ scherzte Hecker.

Nicht nur dem Geheimnis von Styropor ging Hecker auf den Grund. Mit einem Stethoskop und einem Verstärker führte er vor, wie es klingt, wenn man einen Schokoriegel, Chips oder Zwieback isst. „Ist das ein Monster“, fragte er, als aus den Lautsprechern ein lautes Gewitter krachte. „Nein, das ist der Klaus aus Neulußheim!“

Aber nicht nur Kaugeräusche machte Hecker hörbar, sondern auch Strom. Und zeigte dies nicht nur mit einem, sondern einem ganzen Kreis von Kindern: Als sich alle an den Händen fassten, ertönte ein lautes Piepsen.

Von Resonanz überwältigt

Dass Hecker, der mit seiner Show auch in den USA auftritt, zu Gast in Neulußheim war, würdigte Bürgermeisterstellvertreter Heinz Kuppinger in seiner Begrüßung ebenso wie das Engagement des Bücherei-teams und der Mitglieder von „Heiß auf Lesen“. „Lesen ist wichtig für die spätere berufliche Entwicklung und die Bewältigung vieler Lebenssituationen“, sagte er und freute sich über die überwältigende Resonanz auf die Leseclubaktion.

„88 Kinder haben teilgenommen“, erklärte Michaela Jakobi vom Büchereiteam. „Gerechnet haben wir mit 30.“ Möglich war „Heiß auf Lesen“, weil der Gemeindebücherei 2019 ein höheres Budget zur Verfügung stand. „Hoffen wir, dass die Bücherei auch 2020 wieder genügend Mittel erhält. Denn offensichtlich ist ,Heiß auf Lesen‘ für Neulußheim genau richtig“, sagte Jakobi.

Die Veranstaltung endete mit der Verlosung von Buchpreisen und Gutscheinen. Die Lose konnten die Kinder mit Büchern „erlesen“. Auch eine Urkunde erhielt jedes „Heiß auf Lesen“-Clubmitglied zum Abschluss – und eine Tüte Kunstschnee von Joachim Hecker. zg

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