Neulußheim

Netzwerk Flüchtlinge Erster Austausch mit Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft Am Sandbuckel aus Gambia zeigt, wo der Schuh drückt / Besuch in Awo-Kleiderstube

Fahrräder und Internet als größte Wünsche

Neulußheim.Der Wunsch nach zwei Dingen ist am größten bei den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft Am Sandbuckel: Internetverbindung und Fahrräder. Das wird schnell deutlich beim Kennenlernen-Treffen, zu dem das Netzwerk Flüchtlinge ins evangelische Gemeindehaus geladen hat. „Wir sind Nachbarn, nutzt die Gelegenheit, in Kontakt zu kommen“ – dieser Aufforderung von „Hausherrin“ Pfarrerin Katharina Garben kommen die jungen Männer aus Gambia schnell nach bei einer Tasse Kaffee, Muffins, Kuchen oder Salat und Obst, das die syrischen Flüchtlinge mitgebracht haben.

Es ist die erste organisierte Begegnung zwischen den Ehrenamtlichen und den Flüchtlingen, die seit Mitte März sukzessive in die Containeranlage einziehen. Nach Angaben von Harald Wolf, Leiter der Ordnungsbehörde der Gemeinde, sind bis gestern offiziell 41 Menschen aus Gambia in der Anschlussunterbringung nach Neulußheim gezogen. Das Landratsamt sei dabei, die noch freien Plätze aufzufüllen.

Einige Gesichter sind schon bekannt: Walburga Schäfer, Leiterin des Netzwerks, oder auch Renate Schöner von der Awo-Kleiderstube haben erste Bekanntschaft geschlossen, als sie die Flüchtlinge mit Kleidern oder Haushaltsgegenständen versorgt haben. Entsprechend locker fällt die Begrüßung aus. Für die weiteren Netzwerk-Engagierten ist es dagegen eine Premiere.

Gruppen-Kühlschränke nicht ideal

Sie erfahren, dass die Gambier sehnsüchtig darauf warten, dass das Gebäudemanagement der Gemeinde das Problem mit dem fehlenden Mobilfunkempfang löst. Harald Wolf bestätigt auf Nachfrage, dass derzeit innerhalb der Unterkunft kein Empfang besteht, was wohl auch daran liege, dass die Container aus Metall sind.

Als nicht ideal kristallisiert sich in den Gesprächen auch heraus, dass es ausschließlich in den Gemeinschaftsküchen Kühlschränke (insgesamt vier) gibt, nicht aber in den einzelnen Zimmern. Dadurch kann es darüber zu Unstimmigkeiten kommen, wem was gehört. In der Erstunterbringung in Hockenheim, wo viele der jungen Afrikaner zuvor gewohnt haben, war das nach ihrer Auffassung besser gelöst.

An Walburga Schäfer und ihre Mitstreiter wird mehrfach der Wunsch herangetragen, ein gebrauchtes Fahrrad nutzen zu können, um die Entfernung der Unterkunft zur Ortsmitte und zu den Einkaufsmöglichkeiten leichter überwinden zu können. Für die jungen Gambier ist es teilweise schwierig, den Tag zu gestalten. Viele sind seit längerem in Deutschland, der 22-jährige Janko beispielsweise seit zwei Jahren und vier Monaten. Er hat in dieser Zeit in Sinsheim, Mannheim und zuletzt in Hockenheim gewohnt und verschiedene Sprachkurse und Praktika absolviert. Er könnte sich vorstellen, bei einer Bäckerei zu arbeiten oder in einer Küche.

Arbeitserlaubnis je nach Status

Die Voraussetzungen für eine Arbeitserlaubnis sind unterschiedlich, erläutert Harald Wolf. In der Regel seien Flüchtlinge aus Gambia geduldet, hätten also nicht denselben Status wie etwa Syrer. Das bestätigt Simone Thangarajah vom DRK-Integrationsmanagement, die dienstags von 14 bis 16 Uhr Sprechstunden im Rathaus anbietet und in der Anfangszeit vor Ort Am Sandbuckel vor allem beim Ausfüllen der Formulare und der Organisation mithalf.

Nach ersten Gesprächen geht es erstmal in die Awo-Begegnungsstätte, wo Kleiderständer und Tische mit Haushaltsausstattung wie Tassen, Töpfen und Pfannen dank der Vorarbeit der rund 14 Ehrenamtlichen gut gefüllt sind. Die Arbeiterwohlfahrt lädt die Flüchtlinge auch alle 14 Tage zum Begegnungscafé ein.

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