Neulußheim

S-Bahn-Ausbau Projektbüro kann keinen Termin für Fortsetzung am Bahnhof nennen / Für Materialanlieferung langfristige Sperrung nötig

Fertigstellung nicht in Sicht

Neulußheim.Würde auf dem Neulußheimer Bahnhof Musik zur Erbauung der Fahrgäste erklingen, müsste die Deutsche Bahn permanent Franz Schubert spielen: Sinfonie in h-Moll – die Unvollendete. Das würde einerseits zum Zustand der Station passen, andererseits gilt aber das Werk des österreichischen Romantikers als Meisterwerk . . .

Wann der im vergangenen Oktober begonnene Umbau für die zweite Ausbaustufe der S-Bahn Rhein-Neckar fertig wird, vermag das Projektbüro S-Bahn Rhein-Neckar auf Anfrage unserer Zeitung nicht zu sagen. „Aktuell stehen noch die Restarbeiten zur Fertigstellung des Bahnsteigs, der Bahnsteigverlängerung sowie die Herstellung der Treppeneinhausung und der Aufzüge aus“, lautet die Mitteilung, die das beschreibt, was die Passagiere täglich vor Ort erleben – und was schon im Januar Stand der Dinge war.

Damals hatte Projektleiterin Bianca Reintges angekündigt, dass für die „konfliktfreie“ Erledigung der Restarbeiten eine weitere Sperrung der Strecke erforderlich sei und dafür am ehesten die Oster- oder Pfingstferien geeignet gesehen. Inzwischen sind beide Perioden vorbei, und die nächste etwas fahrgast-ärmere Zeit sind die Sommerferien. Doch nicht einmal davon ist in der Antwort des Projektbüros explizit die Rede.

Erneuter Schienenersatzverkehr

Für die Anlieferung der Materialien sowie für die vorgesehen Arbeiten, die mit schwerem Gerät erfolgen müssten, sei eine „langfristige Sperrung der kompletten Strecke“ erforderlich, heißt es aus dem Projektbüro.

Starke Beeinträchtigungen des gesamten Zugverkehrs seien die Folge. Hierzu gehörten Umleitungen des internationalen Zugverkehrs und Zugausfälle im regionalen Verkehr, die die Einrichtung eines Schienenersatzverkehrs erforderlich machten. Das kennen die Nutzer des Neulußheimer Bahnhofs bereits vom Herbst 2017.

„Um Zuganschlüsse an den Knotenpunkten zu gewährleisten und Reiseketten aufrechtzuerhalten, ist entsprechend ein komplizierter logistischer Prozess unter ganzheitlicher Berücksichtigung des gesamten Zugverkehrs inklusive Güterverkehr notwendig, der es uns bisher noch nicht gestattet hat, die Maßnahmen durchzuführen“, lautet die Antwort weiter.

Kleinere Arbeiten könnten möglicherweise vorgezogen werden: „Um den Komfort für die Reisenden schnellstmöglich zu optimieren, befinden wir uns derzeit in enger Abstimmung, um zumindest die Elemente der Bahnsteigausstattung kurzfristig zur Verfügung stellen zu können“, versucht die Antwort auf die Anfrage ein Quantum Trost zu spenden. Wobei den Verantwortlichen gewiss selbst klar ist, dass darauf nicht das Hauptaugenmerk der zweiten Ausbaustufe liegt.

Doch die Aufzüge, deren Installation ursprünglich im Januar/Februar (Vorplatz) und Februar/März (Mittelbahnsteig) vorgesehen war, lassen weiter auf sich warten. Dabei müsste für sie der Zugverkehr nicht beeinträchtigt werden. Terminprognose des Projektbüros dazu: „Im weiteren Verlauf“ – ebenso wie die Bahnsteigverlängerung und die Treppeneinhausung.

Fahrstühle brauchen acht Monate

Wenig optimistisch stimmt die im Januar übermittelte Beschreibung der Arbeitsschritte beim Fahrstuhlbau, dessen Phasen von der Errichtung des Aufzugsschachts durch eine Tiefbaufirma bis zur Einweisung eines Dienstleisters sich auf bis zu acht Monaten summieren könnten.

Am Hockenheimer Bahnhof hatte der Umbau im Januar 2017 begonnen, die Fahrstühle gingen erst im März 2018 in Betrieb – knapp ein halbes Jahr später als angekündigt.

Sobald detailliertere Informationen zum Zeitplan vorliegen, will das Projektbüro diese auf ihrer Webseite (www.ausbau-rheinneckar.de) veröffentlichen sowie der Gemeinde Neulußheim zur Veröffentlichung auf deren Homepage zur Verfügung stellen. Bahnkunden müssen wohl nicht täglich danach suchen.

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