Neulußheim

Aktiv im Alter Erinnerungen an die Konfirmation in früheren Jahren / Zeit des Auswendiglernens ist längst vorbei

Festliche Kleidung ist weiterhin angesagt

Neulußheim.Die Jubelkonfirmation der evangelischen Kirchengemeinde war für viele ältere „Konfirmanden“ nicht nur ein schönes Familienfest und ein gemeinsames Kaffeetrinken im Gemeindehaus, sondern eine Bekräftigung ihres Glaubens. So lag es nahe, dass das „Aktiv im Alter“-Team das Thema „Konfirmation – damals und heute“ mit einem Filmvortrag und Bildern in Erinnerung rufen wollte.

Die Kaffeetafel war vom Team österlich geschmückt und bei Kuchen und Kaffee bot sich die Gelegenheit, über die Jubelkonfirmation Rückblick zu halten. Hanni Schneider zeigte in Vertretung von Pfarrerin Katharina Garben auf, wie sich der Wandel bei der Konfirmation vollzogen hat.

Konfirmation heißt Bekräftigung und Bestätigung der eigenen Taufe und ist eine feierliche Segenshandlung mit dem bewussten Ja zum christlichen Glauben und markiert den Übertritt ins kirchliche Erwachsenenalter. Die evangelische Konfirmation geht auf den in Straßburg wirkenden Reformator Martin Bucer zurück und ist erstmals 1539 in der hessischen Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung formuliert. Martin Luther selbst hatte die Firmung wegen ihres Sakramentcharakters und fehlenden Schriftbezugs noch abgelehnt. Nach Luther bedurfte die Taufe keiner weiteren Ergänzung. Stattdessen sollte es eine Einführung in den Katechismus geben.

Bucer entwickelte als Kompromiss das Modell der Konfirmation: Die Kindertaufe wurde zwar beibehalten. Die Heranwachsenden aber sollten zu einem Katechismusunterricht, heute Konfirmandenunterricht, geschickt werden, der in einer symbolischen Handlung vor der Gemeinde gipfelte. Heute ist die Vorbereitung kein starres Auswendiglernen mehr. In der Vorbereitungszeit können die Konfis selber aktiv werden.

Aufwendige Geschenke

Regelmäßig wurde die erste Armbanduhr oder Aussteuer an den Konfirmanden geschenkt. In früheren Jahren wurde den Konfirmanden anlässlich ihres Ehrentages oft eine besonders aufwendig gestaltete Bibel mit Namens- und Jahresprägung als Erinnerung geschenkt, so eine ältere Dame. Aber das ist lang her. Traditionell trugen Konfirmanden festliche schwarze Kleidung. Heute tragen sie bei der Einsegnung immer noch festliche Kleidung. Sie ist aber zeitgemäßer geworden.

Alte Konfirmationsbilder zeigten besonders den Wandel von gestern zu heute. Janis Bauer und Jonas Ballreich hatten den Senioren einen Film des letzten Konfi-Jahrgangs mitgebracht, in dem man sah, wie sich die Vorbereitungszeit mit Pfarrerin Katharina Garben und Gemeindediakon Jascha Richter zu einem echten Gemeinschaftsgefühl gewandelt hat. Dies bestätigten die weiteren Konfi-Teamer Leonie Kuppinger, David Neumann und Johannes Stein-Wiesemann, die von Hanni Schneider in einem kleinen Interview befragt wurden.

Bevor Alexandra Özkalay Hanni Schneider sowie dem Konfi-Team für die Gestaltung des Nachmittags dankte, ließ Hermann Hoffmann es sich nicht nehmen, eine Schulmeistergeschichte vorzulesen und auf die sehr alten Konfirmationsurkunden hinzuweisen, die er mitgebracht hatte. rhw

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