Neulußheim

Evangelische Kirche Orgelkonzert mit Gerhard Müller unter dem Motto „The Sound of Music“ / Melodien von Billy Joel, Andrew Lloyd Webber, Sting bis Chris de Burgh

Für jede Emotion passende Klangfarbe gefunden

Archivartikel

Neulußheim.Freunde der Orgelmusik kamen in der Evangelischen Kirche in den besonderen Genuss eines Konzerts. Organist Gerhard Müller, der ansonsten den sonntäglichen Gottesdienst mit seinen choralen Klängen umrahmt, hatte bereits vor zwei Jahren ein begeistertes Publikum in seinen Bann gezogen. Und das wiederholte er nun vor einem großen Publikum.

Unter dem Motto „The Sound of Music“ präsentierte er klangliche Schönheiten auf der pneumatischen Steinmeyer-Orgel. Melodien von Billy Joel, Andrew Lloyd Webber, Sting oder Chris de Burgh getreu dem Motto von Victor Hugo: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

„Wir sind alle in der Stimmung für eine Melodie“ – mit dieser Liedzeile aus dem ersten Stück „Piano Man“ von Billy Joel begrüßte Pfarrerin Katharina Garben das Publikum sowie Gerhard Müller, Organist und Künstler an der Orgel.

Wie Reggae sich aus Orgelpfeifen anhört, vermittelte Stings Lied über den Engländer in New York eindrucksvoll. Chris de Burghs Liebeslied „Lady in red“ brachte dann Sehnsucht und Wehmut gleichermaßen zum Ausdruck. Das faszinierte Publikum spürte, dass die Orgel heute die Königin war.

Zuversicht in Melodien gegossen

Gebannt folgte es den Melodien des Hollywoodfilms „The Sound of Music“ (deutsch: „Meine Träume – meine Lieder“), der in den 1960er Jahren in die Kinos kam. Ob bei „My favorite things“, „So long farewell“ oder „The lonely goatherd“ – in der Handlung, an Maria Augusta von Trapps wahre Lebensgeschichte angelehnt, geht es darum, das Leben zu genießen und wenn es darum geht, klare Kante gegen Gewalt und Hass zu zeigen. In diese Zuversicht hinein trugen die Melodien.

Beim Klang des Orgelspiels stellte sich beim Publikum ein großes Wohlgefühl ein – kein Wunder, spürte man doch die Leidenschaft und die volle Hingabe von Gerhard Müller an seiner Orgel. Pfarrerin Katharina Garben trug zu jedem Musiktitel die Botschaften der Stücke mit kurzen Geschichten und Anekdoten an die Zuhörer heran.

Nach den Melodien zum Träumen gab es drei interkulturelle Begegnungen zum Abschluss. Aus Asien chinesische Folkloremusik mit dem Stück „Oogway ascends“ aus dem Film „Kung Fu Panda“ und die musikalische Reise weiter nach Ägypten mit „Benjamin Calypso“ aus dem Musical „Joseph“. Zwar eine verworrene und komplizierte Geschichte, aber Gott meint es gut mit Josef, der glaubte und vertraute.

Die letzte Begegnung mit „Nancy Mulligan“ von Ed Sheeran erzählt die Geschichte seiner Großeltern, die als Katholikin seinen protestantischen Großvater kennenlernte und heiratete.

Ausdruck voll Hingabe

Gerhard Müller brachte die Botschaften aller Stücke voller Hingabe überzeugend in warmen Klangfarben zum Ausdruck. Wie ein Flirt mit der Orgel bei den Melodien zum Träumen oder nostalgisch anmutend bei „Lady in red“. So hatten viele Besucher ihre Orgel noch nie gehört.

Ohne Zugabe wurde Gerhard Müller vom Publikum nicht entlassen. Bescheiden trat er vor sein begeistertes Publikum und dankte all denjenigen, die ihn bei den Vorbereitungen unterstützt hatten. Katharina Garben lud nach diesem musikalischen Genuss ins Gemeindehaus ein, wo der Abend mit dem sympathischen Organisten ausklang. rhw

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