Neulußheim

Umweltschutz Gemeinderätin Ingeborg Bamberg verschenkt Krokuszwiebeln / Blüten unterstützen im Frühjahr Bienen

Gemeinde soll aufblühen

Neulußheim.Wenn Ingeborg Bamberg mit dem Fahrrad durch die Gemeinde fährt, hat sie Ideen. Die fraktionslose Gemeinderätin (Bild) tritt oft in die Pedale und dabei fallen ihr gemulchte Flächen statt blühender Wiesen auf. „Das muss doch nicht sein“, sagt sie im Redaktionsgespräch und erzählt von ihrem Garten. „Der soll natürlich schön aussehen“, sagt sie, „aber eben unter gewissen ökologischen Gesichtspunkten.“

Bamberg holt ein Tütchen aus der Tasche. Darin befinden sich 15 Krokuszwiebeln. Insgesamt hat die Gemeinderätin 2000 Stück gekauft – und die will sie nun unter die Leute bringen. Warum? „Immer nur zu diskutieren und auf den großen Wurf zu warten bringt nichts“, sagt sie, im Kampf gegen Klimawandel und Insektensterben könne man auch und besonders im Kleinen etwas tun.

Genügsam und robust

Die Aktion trägt den Namen „Neulußheim blüht auf“. Die Krokusse sind mit die ersten Blütenpflanzen, die nach dem Winter austreiben, das hat Bamberg sich von einem Imker bestätigen lassen. „Das macht sie zur wichtigsten Blume im Frühjahr“, sagt sie. Und obendrein seien die Zwiebeln sehr genügsam und robust. Zu den Zwiebeln gibt’s Pflanztipps auf dem Tütchen: „Einfach die Blumenzwiebeln im Herbst vor dem ersten Frost etwa fünf Zentimeter tief im Boden vergraben.

Geeignete Standorte sind neben Rasenflächen und Blumenbeeten auch Gehölzränder und Baumscheiben. Nach dem Verblühen werden die grünen Blätter welk und machen Platz für die Frühlings- und Sommerblumen. Werden die Blätter der Krokusse erst nach dem völligen Verwelken abgeschnitten, blühen die Krokusse auch in den Folgejahren immer wieder.“

Jeder, der seinen Garten um ein paar bunte Blumen erweitern und den Bienen einen angenehmen Start ins Jahr bereiten will findet in den Geschäften „Doris Fath Immobilien“, „Biolandhof Merz“, „Buchhandlung Jutta Dräger“ und „Beautyengel Michaela Ruffler“ eine Holzkiste mit den Krokustütchen. „Natürlich kostenlos“, versichert Bamberg, die auch sonst immer ein paar Blumenzwiebeln dabei hat, wie sie erzählt.

Grünes Licht für Grünstreifen

Motiviert habe sie unter anderem auch der Erfolg bei der Bepflanzung am Schickardpark, berichtet die Gemeinderätin: „Damals gab es in der Nähe des Spielplatzes einen Grünstreifen, der auch gerne als Hundewiese benutzt wurde.“ Nachdem die Verwaltung grünes Licht gegeben hatte, siedelte Bamberg dort regionale Pflanzen an. Geholfen hatten ihr dabei eine handvoll Nachbarn, die sie per Wurfzettel mobilisiert hatte. „Ich würde mich freuen, auch für diese Aktion Mitstreiter zu finden“, sagt Bamberg im Gespräch mit unserer Zeitung, „wer weiß, was sich daraus noch entwickelt?“ Einen konkreten Plan, wie es weitergehen könne, hat Bamberg noch nicht. „Wenn ich eine Idee habe, dann will ich die auch umsetzen“, sagt sie lächelnd, „die Krokuszwiebeln habe ich auch erst vor drei Wochen angeschafft und dann mit der Familie zusammen eingetütet.“/ sb

Info: Weitere Informationen unter www.ingeborg-bamberg.de

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