Neulußheim

Umwelt Nabu-Experte Uwe Heidenreich filmt erstmals Eiablage des Insekts des Jahres 2017

Gottesanbeterin fühlt sich in Gemeinde wohl

Neulußheim.Eine Familie in Neulußheim hat den Vorsitzenden des BUND Ortsverband Hockenheimer Rheinebene, Dieter Rösch, mit der Nachricht über eine Gottesanbeterin am Gartenzaun überrascht. Dies ist mindestens der dritte Fund im Ort. Die auffällige Fangschrecke hatte sich an einem Gartenzaun niedergelassen und wurde von der Familie bei der Eiablage beobachtet.

Die Europäische Gottesanbeterin wurde vom Bundesfachausschuss für Entomologie im Naturschutzbund Deutschland zum Insekt des Jahres 2017 gekürt, und das nicht ohne Grund. Sie profitiert von der Erwärmung des Klimas. Ursprünglich aus Afrika stammend, ist sie mittlerweile im gesamten südeuropäischen Raum beheimatet. Seit etwa dem 18. Jahrhundert haben die Tiere sich in Deutschland in wärmeren Zonen wie im Südbadischen und der Oberrheinebene angesiedelt, seit den 90er Jahren wandern sie.

Experte sichtlich überrascht

Dieter Rösch gab die Meldung an den Experten und stellvertretenden Vorsitzenden des BUND-Ortsverbandes und Nabu-Vorstands Hockenheim, Uwe Heidenreich weiter. Der fuhr sofort nach Neulußheim und war sichtlich überrascht, denn noch nie hatte er eine Gottesanbeterin aktiv bei der Eiablage beobachten und filmen können. Er lobt das Engagement der Familie, die sofort den Fund der so seltenen Tierart weitergegeben hatte.

Die Aufnahmen zeigen, wie das Weibchen seine durchschnittlich 60 bis 70 Eier in einem schaumigen Eipaket ablegt. Die Hülle härtet aus und bietet den Eiern über den Winter Schutz, bis im Frühjahr, etwa im Mai, die Jungen ausschlüpfen. Umweltminister Frank Untersteller betrachtet sie als wichtiges Zeigertier für die Großinsektenfauna und ihre Lebensräume hat die Schirmherrschaft für sie übernommen. zg

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