Neulußheim

Kleinvieh macht auch Mist

Archivartikel

Renate Hettwer über die Ersparnis der Mehrwertsteuer

Zugegeben, als die Bundesregierung zum 1. Juli die Mehrwertsteuer senkte, dachte ich, das ist doch nur etwas für Leute, die Großanschaffungen planen und nun davon profitieren können. Wenn die Senkung Ende Dezember endet, was bringt das eigentlich für mich als Einpersonenhaushalt?

Schon beruflich durch Zahlen geprägt kam mir die Idee, nach dem Kauf meiner sechs Eier vom Bauernhof meines Vertrauens, eine Woche lang meine Einkäufe zu dokumentieren und die Einsparungen separat zu notieren. Zwei Prozent weniger bei Lebensmitteln und drei Prozent bei Anschaffungen. Ob das was bringt? Gesagt getan. Tag für Tag die Kassenbons gesammelt. Eine Liste erstellt, was ich bei jedem Einkauf gespart habe. Nun liegt das Kopfrechnen schon etwas zurück und der Taschenrechner musste herhalten. Wie bei den vorherigen Mehrwertsteuer-Abzügen waren die neuen Beträge ordnungsgemäß ausgewiesen. Nun musste ich ausrechnen, was für mich die Ersparnis von zwei, beziehungsweise drei Prozent ausmacht. Nach ein paar Bons ging es ganz gut – gelernt ist gelernt.

Von zwei Supermärkten war ich total begeistert. Unter den Einkäufen stand bereits, was ich für die Lebensmittel und bei NonFood-Artikeln an Ersparnis hatte. Und ganz unten auf dem Bon stand es schwarz auf weiß. Nach einer Woche, ohne Großanschaffungen und Handwerksrechnungen habe ich zusammengerechnet, was ich in einer Woche mit den üblichen Einkäufen und einem Textilkauf an der reduzierten Mehrwertsteuer gespart habe. Sage und schreibe fast vier Euro. Hochgerechnet bis Dezember doch ganz akzeptabel.

In meiner Rechnung hatte ich lediglich die sechs Eier vom Bauernhof vergessen. Nun, Kleinvieh macht nicht nur Mist und spart Mehrwertsteuer – sondern legt auch frische Eier.

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