Neulußheim

"Aktiv im Alter" Verkehrswacht gibt Tipps zum richtigen Umgang mit dem Rollator

Mobilität wird gefördert

Neulußheim.Das "Aktiv im Alter Team" hatte die beiden Seniorenberater der Verkehrswacht Hockenheim, Peter Herchenhan und Klaus Zizmann, eingeladen, Senioren den richtigen Gebrauch von Rollatoren näher zu bringen. Und nicht nur das, mitgebrachte Gefährte wurden vom Fachmann Michael Welker vom Sanitätshaus Ramer während des Vortrags kostenlos technisch untersucht, mit Reflektionsstreifen versehen, und mit einem Hinweis auf eventuell vorhandenen Mängel, wie abgefahrene Reifen.

Herchenhan und Zizmann haben es sich zur Aufgabe gemacht, Hilfestellung beim Gebrauch von Rollatoren zu geben. Eine falsche Einstellung oder Nutzung kann zu Stürzen und Unfällen führen. Beim ersten Kauf eines Rollators sollte man überlegen, wie es mit der leichten Handhabung oder dem einfachen Zusammenklappen aussieht. Zwar stelle sich immer die Frage nach den Kosten, doch beim Autokauf müsse man sich ja auch entscheiden, Mercedes oder Kleinwagen.

Ziel der beiden Experten ist der richtige Umgang mit dem Rollator: In ihm aufrecht gehen und nicht gebückt. Einmal im Jahr zum Service ins Sanitätsfachgeschäft. Einige Fehler kann man im Bus machen, so Herchenhan. Senioren sollten über ihren eigenen Schatten springen und um Hilfe bitten, wenn es mit dem Ein- oder Aussteigen nicht so klappt. Schulverkehrszeiten sollte man tunlichst vermeiden.

Über zwei Millionen Rollatoren sind in der Bundesrepublik im Einsatz, so Zizmann, der anmerkte, dass der Schwedin Aina Wifalk, die den Rollator erfunden hat, eigentlich ein Nobelpreis gebühre. Mobil sein bis ins hohe Alter sei mit so einer Gehilfe möglich und Eitelkeit sei fehl am Platz, so Zizmann. Mit dem Nachlassen von körperlichen Kräften, bei Gleichgewichtsproblemen oder auch nach einer OP gebe ein Rollator sicheren Halt.

Beratung ist wichtig

Zur Demonstration der Unterschiede zwischen den Gefährten wurden von Karl-Heinz Bitz und Walter Klink vom Pflegestützpunkt Rhein-Neckar verschiedene Modell vorgestellt. Gängigster Typ ist der Längsfalter, der beim Zusammenklappen standhaft bleibt. Natürlich kamen Fragen der Senioren, was so ein Rollator koste, was die Krankenkasse zahle, ob zuerst das Sanitätshaus oder der Arzt aufgesucht werden sollte. Verschiedene Details wurden abgewogen: ob Billiggerät vom Discounter, Standardgerät, Einhandgeräte, feste Sitzplatte, Bremszüge innen oder im Außenbereich des Rollators. Die "Aktiv im Alter"-Senioren waren aufmerksame Zuhörer. Letztlich muss jeder selbst entscheiden, was er persönlich braucht, ob ein Rollator geliehen wird oder man eine jährliche Wartung zur eigenen Sicherheit will.

Zu Omas oder Opas Geburtstag mal was Sinnvolles schenken - einen gescheiten Rollator, riet Klaus Zizmann, da koste ein besseres Modell um die 350 Euro. Oder der Senior gönnt sich selber seinen täglichen Begleiter.

"Ja, die heutigen Rollatoren sind ein Segen für die Senioren", so eine Besucherin. "Wenn man an früher zurückdenkt, war man doch ziemlich hilflos, nur mit einem Gehstock eigenständig in den Ort zu gehen. Am Arm vielleicht noch eine Einkaufstasche und wenn man mal stehenbleiben musste, weil einem die Puste ausging, kam die Angst, ob man es wieder nach Hause schaffen würde. Die Kinder hätten zwar gesagt, Mama, wir fahren dich überall hin, aber wer will nicht gerne selbstständig seinen Alltag leben." Die rüstige Seniorin dankte dem "Aktiv im Alter Team" um Heidi Roß für Kaffee und Kuchen, sprach's und strebte mit forschem und sicherem Schritt mit ihrem Rollator aus dem Gemeindesaal. rwh

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel