Neulußheim

Turnerbund Germania Training für Kinder aufgenommen

Notbetrieb statt Kür

Neulußheim.Unter schwierigen Bedingungen und Einhaltung endloser Vorschriften startete die Turnabteilung des Turnerbundes Germania in der ersten Oktoberwoche mit dem Kinderturnen. Seit Monaten nutzen die Verantwortlichen der Turnabteilung jede Möglichkeit, sich darüber zu informieren, wie die Corona-Vorgaben im Breitensport so umgesetzt werden können, dass ein Kinderturnen möglich ist.

Acht Gruppen mit jeweils 15 bis 20 Kindern teilten sich vor der Corona-Zeit die Schulturnhalle zum wöchentlichen Training. Im März wurde die Halle für alle Vereine gesperrt. Die gesetzlichen Auflagen lassen es bis heute nicht zu, sie zu benutzen. Auch die Hardt-Halle war lange Zeit für Trainingseinheiten gesperrt.

Gerne wäre man in die vereinseigene Halle ausgewichen, doch diese ist seit Jahren von amtlicher Seite aus für das Kinderturnen gesperrt. Die Markus-Schule musste sich damals gleichfalls eine neue Bleibe für den Sportunterricht suchen. Obwohl die Halle toprenoviert ist, wurden die sich darin befindenden Stützpfeiler und die beiden Treppen – eine zur Bühne, eine in den Keller zu den Toiletten – als Unfallschwerpunkt eingestuft.

Erster Versuch auf dem Sportplatz

Einen ersten Versuch starteten die Verantwortlichen mit einer kleinen Gruppe größerer Kinder vor den Sommerferien auf dem Sportplatz. Erschwert wurde die Organisation des Trainingsbetriebes dadurch, dass bisherige Übungsleiter zu sogenannten Risikogruppen eingestuft wurden und somit nicht mehr zur Verfügung standen. Nachdem die Hardt-Halle, unter Auflagen, wieder genutzt werden konnte, versuchte jede Sportabteilung eine Trainingsstunde zu ergattern. Es bedurfte vieler Absprachen und Koordinationsplänen, um einen eingeschränkten Zeitplan für alle Kinderturngruppen festzulegen.

Eine detaillierte Elterninformation musste verfasst und ein umfangreiches Hygienekonzept ausgearbeitet werden. Beides musste den Eltern zugestellt und von diesen vor der ersten Turnstunde des Kindes, mit Kontaktdaten und unterschrieben zurückgegeben werden.

Es gab auch Vorwürfe

Im Oktober startete das Notprogramm. Viele Eltern samt Kinder waren froh und dankbar, nach langer Zwangspause endlich wieder ein gezieltes Basistraining ausführen zu können, was gerade in der Wachstumsphase wichtig ist. Jedoch gab es auch Kritik und Vorwürfe seitens einzelner Eltern, für die die lange Zwangspause unverständlich war und die dies mit Beitragsrückforderung und Vereinsaustritt quittierten. Die Verantwortlichen waren und sind bestrebt, alles Erforderliche zu tun, um den Trainingsbetrieb bis zur Einkehr normaler Zeiten in dieser Form aufrecht zu erhalten.

Dazu gehört allerdings auch ein angemessenes Trainerpotenzial, das momentan stark dezimiert ist. Deshalb ergeht vom Verein aus die ausdrückliche Bitte an die Eltern der Turnerkinder, dass sie sich als Helfer oder Übungsleiter – es bestehen Schulungsmöglichkeiten – beim Training ihrer Kinder mit einbringen, damit die Trainingsstunden gewährleistet sind. un

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