Neulußheim

Gemeinderat Bauangelegenheiten bestimmen die Tagesordnung / Bebauungsplan Altlußheimer Straße soll beschlossen werden / Kornstraße wird zurückgestellt

Ort soll sich Richtung Westen ausdehnen

Neulußheim.Überwiegend mit Bauangelegenheiten wird sich der Gemeinderat bei seiner Sitzung am Donnerstag, 14. März, befassen. Allerdings mit weitreichenden Fragen, immerhin geht es um die westliche Erweiterung der Bebauung in Richtung Altlußheim und um die Bebauung am Kreisel, Ortsausgang Richtung Altlußheim, mithin einer der Entrees in die Gemeinde.

Schon seit dem Herbst 2017 befasst sich die Gemeinde mit dem Thema neues Baugelände. „Wir verfügen über keine Baugrundstücke mehr“, kommentierte Bürgermeister Gunther Hoffmann damals die steigende Beliebtheit der Gemeinde, die dazu führte, dass die Nachfrage auf dem Wohnungssektor unbeantwortet bleibt. Die von ihm ins Spiel gebrachte Erweiterung Richtung Hockenheim wurde vom Rat verworfen, die Mehrheit war der Ansichts, die Konzentration auf das Gebiet westlich der Zeppelinstraße zu legen, die ja schon einseitig erschlossen ist.

Arbeit für Umlegungsausschuss

Weshalb sich der Rat für das rund 1,5 Hektar große Gelände auch eine günstige Erschließung erhoffte. Im Mai vergangenen Jahres wurde dann beschlossen, die Pläne weiterzuverfolgen und am Donnerstag soll nun über die Umlegung in dem Gebiet beschlossen werden. Mit der Umlegung soll erreicht werden, dass die vorhandenen Grundstücke neu geordnet werden, so dass sich nach Lage, Form und Größe für die spätere Nutzung geeignet sind. Betroffen sind insgesamt 48 Grundstücke und Grundstückteile, die so angeordnet werden müssen, dass die Eigentümer gleich behandelt werden.

Da, wie es in der Sitzungsvorlage heißt, wegen der gegebenen Grundstücks- und Eigentumsverhältnisse nicht anzunehmen ist, dass die Betroffenen auf privatem Weg eine Einigung finden, scheine das gesetzliche Umlegungsverfahren als zweckmäßige Lösung.

Mit dem Beschluss zur Umlegungsanordnung verbunden ist die Beauftragung des Umlegungsausschusses mit Umsetzung des Beschlusses.

Gleichfalls ein Thema im Rat ist die Sanierung der Kornstraße. Deren Neugestaltung war schon beschlossene Sache, vom Rat wurde ein Büro mit der verkehrstechnischen Planung der Umgestaltung beauftragt. Mittlerweile haben sich jedoch neue Gesichtspunkte ergeben. So plant die katholische Kirche einen Rückzug aus dem Ortskern (wir berichteten am 22. Februar). Geplant ist, die Kirchen in Alt- und Neulußheim abzureißen und ein gemeinsames Gemeindezentrum zu errichten.

Weshalb die Verwaltung nun die Planungen stoppen will, bis feststeht, wie es mit den Flächen der katholischen Kirchengemeinde in der Kornstraße weitergeht. Denn deren Neugestaltung hat durchaus Einfluss auf die Kornstraße.

Im Februar stand der Punkt schon einmal auf der Tagesordnung, damals wurde er wegen noch offener Fragen zurückgestellt, nun soll beschlossen werden: Das Grundstück Altlußheimer Straße 53-55, derzeit freigeräumt und eine Brache, soll mit einem Mehrfamilienhaus, geplant sind zwölf Wohneinheiten, bebaut werden. Hierfür ist ein vorhabenbezogener Bebauungsplan notwendig, den der Rat beschließen soll.

Strittig war bisher die Ecke zur Tullastraße. In der Altlußheimer Straße ist eine Randbebauung üblich, sprich die Häuser stehen direkt am Gehweg. Dies sahen die Gemeinderäte an der Ecke zur Tullastraße, gegenüber dem Verkehrskreisel, kritisch. Der Raum für Fußgänger und Radfahrer werde zu eng, das Gefahrenpotenzial steige. Nunmehr weicht der geplante Bau an dieser Stelle von der Ecke zurück – einer Genehmigung dürfte nichts mehr im Wege stehen.

Aufbruch ins digitale Zeitalter

Ende Mai wird ein neuer Gemeinderat gewählt und wenn dieser sein Amt antritt, dann sollen in Neulußheim neue Zeiten anbrechen, geplant ist der Sprung ins digitale Zeitalter – die Umstellung auf das Ratsinformationssystem. Mit diesem System kann die komplette Sitzungstätigkeit – Einladung, Tagesordnung, Unterlagen und Protokolle – digitale, sprich papierlos, erfolgen.

Was den Vorteil hat, dass die Bürger jederzeit Einblick in die Sitzungsunterlagen haben – natürlich nur was den öffentlichen Teil der Sitzung angeht und sofern sie über die technische Ausstattung verfügen. Dass die, die nötige Hardware, auch dem Rat zur Verfügung steht, dafür sollen 18 iPads sorgen, die im Zusammenhang der Umstellung den Gemeinderäten zur Verfügung gestellt werden. Die Kosten hierfür werden auf rund 15 000 Euro geschätzt.

Bekanntgaben, Verschiedenes und Anfragen beenden den öffentlichen Teil der Sitzung, zu dem die Bevölkerung eingeladen ist.

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