Neulußheim

Lußhardtschule Kulinarischer Workshop für Kinder kommt sehr gut an / Tischdecken, Geschirrspülen und Aufräumen gehört mit zum Programm

Selbst gekocht schmeckt’s doppelt so gut

NEULUßHEIM.„Wer hat schon einmal gekocht?“ Bis auf einen Finger schnellen alle Hände der Schüler der Klasse 4b nach oben. Gefragt hat Nadina Schobert von „Catering & more“ aus Neulußheim, die in der Schulküche der Lußhardtschule ihre Premiere mit einem Koch-Workshop für Kids feiert.

Klassenlehrerin Tanja Löschmann erklärt: „In der dritten Klasse steht gesunde Ernährung fest im Stundenplan, in der vierten Klasse bietet der Förderverein unserer Schule jetzt allen die Möglichkeit das Erlernte in der Praxis auszuprobieren.“ Mit feschen Küchenschürzen gekleidet sind die Nachwuchsköche am Start.

Schwedisch für Anfänger

Schwedisch geht es bei dem ersten Kochevent zu, Hackbällchen, Rahmsoße, Karottengemüse, Kartoffelwedges bietet der Hauptgang, zum Nachtisch gibt’s duftende Zimtschnecken. Klingt und riecht sehr lecker, fordert aber eine gute Feinmotorik der Schnippler. „Die ist ganz unterschiedlich“, bestätigt Nadina Schobert, die „immer froh ist, wenn alle mit ihren gesamten Fingern aus der Küche kommen“, wie sie scherzhaft sagt.

Regeln werden beachtet

Sie hat sich eine Mutter, die Klassenlehrerin und eine Helferin mitgebracht, damit in jeder der vier Küchenzeilen ein Erwachsener den Überblick behält. Pflaster werden übrigens nur zwei gebraucht. Allem voran stehen die Küchenregeln, die jeder beachten muss: Sie fordern, dass die Hände gründlich gewaschen sind, man lange Haare zusammenbindet und den Arbeitsplatz sauber hält. Ist die Checkliste durchgesprochen, geht es ans Werk. Die Zutaten sind auf die Küchen verteilt, die Kinder auch. Aus Hackfleisch, Gewürzen und klein geschnittenen Zwiebeln wird ein Teig, daraus kleine Bällchen, die kurz darauf im heißem Fett in der Pfanne brutzeln.

Jessica (9) findet es prima die Minifrikadellen mit einer Greifzange im Fett zu wenden: „Das habe ich daheim noch nicht gemacht, eher Spätzle und Nudeln gekocht oder Soße gerührt“, findet sie die Kochaktion „cool“. Luis (10) steht am Herd eine Küche weiter, er findet toll, dass man gezeigt bekommt, wie man richtig kocht und „sich mit Spaß gut ernähren kann.“ Niklas (9) ruft: „ich bekomme dann heute gleich zweimal Fleisch zu essen, hier in der Schule und am Abend zu Hause.“

Senel Güngör lacht, sie ist als Mama dabei und leitet ein wenig an: „Dass hier mit den Kindern gekocht wird, ist sehr positiv, nicht alle kennen das von zu Hause.“ Bei ihrer Tochter Acelya ist das anders. Die Zehnjährige liebt es Spaghetti zu kochen, „mit Bolognese“, erklärt sie, dass sie ihrer Mutter aber auch bei der Zubereitung der traditionellen türkischen Speisen zur Hand geht.

Mittlerweile werden die Gruppentische mit Geschirr und Gläsern gedeckt. Ein Bildschema zeigt, was wo stehen oder liegen soll. „Das gehört dazu, wenn man gemeinsam isst“, schildert Lehrerin Tanja Löschmann, dass in den Küchen auch gleich wieder aufgeräumt und saubergemacht wird, noch bevor alle gemeinsam essen – ein weiterer Baustein des Konzepts.

Beim Werkeln stellt sich heraus: Nadina Schobert hat prima kalkuliert. „Rezepte und Zutaten stelle ich zusammen und besorge alles“, erzählt sie, dass das Thema „Schweden“ allen Kindern bekannt ist. „Nächstes Jahr gibt es vielleicht einen italienischen Kochvormittag“, stellt sie in Aussicht.

Der Hauptgang ist servierbereit, die Zimtschnecken aus Hefeteig vorberietet und startklar fürs Backen im Ofen. Hände waschen und an die Tische, es darf gegessen werden und was selbst gekocht ist, schmeckt noch mal so gut.

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